Ame und Yuki – Die Wolfskinder – Oder wie der Mensch sich selber schafft

Vor einigen Wochen sah ich den oben genannten Anime. Eigentlich bin ich zufällig darüber gestolpert, jedoch hängen geblieben und am Ende war es doch ganz interessant. Besonders wenn Filme Fragen aufwerfen, sind sie überaus unterhaltsam, wie ich finde.


Um kurz den Anime anzureißen, damit die Handlung grob bekannt ist:


Die Geschichte spielt über dreizehn Jahre hinweg und erzählt von der 19-jährigen Studentin Hana, die in einer Stadt lebt und sich in einen Wolfsmenschen verliebt. Sie bringt daraufhin zwei Kinder zur Welt, die die Namen „Yuki“ und „Ame“ tragen, was übersetzt „Schnee“ und „Regen“ bedeutet und auf die Wetterlage hinweist, in der sie geboren wurden. Die ältere Yuki ist neugierig und aufgeweckt, während ihr jüngerer Bruder Ame eher schüchtern ist. Beide Elternteile versuchen, das Geheimnis ihrer „Wolfskinder“ zu verbergen und leben unscheinbar in einem Haus am Stadtrand, geschützt vor den Blicken der Öffentlichkeit. Nachdem Hanas Mann überraschend verstorben ist, entschließt sie sich, ihren Kindern ein normaleres, freieres Leben zu ermöglichen und zieht mit ihnen weg von den Menschen, in eine entfernte ländliche Gegend, die vollkommen anders ist als ihre bisherige Welt.

Quelle: Wikipedia


Die Kinder wachsen dort auf und lernen sich und ihre Fähigkeit, die Gestalt in einen Wolf zu wandeln, besser kennen. Sie können sich entweder als Mensch zeigen oder als Wolf.


Desto älter sie werden desto mehr wandelt sich auch ihr anfänglicher Bezug zu ihrem Wolfsteil. Yuki fängt an es regelrecht zu hassen und versucht es mit allen Mitteln zu verbergen, dass sie nicht so ist wie alle anderen Kinder.

Ame hingegen, erst schüchtern und gar nicht angetan von dem Wolf in ihm, geht, desto älter er wird, in seinem Wolfsteil gänzlich auf.

Sie haben quasi die Rollen getauscht. So wie Yuki als Kind war, wurde später Ame als Jugendlicher; und Yuki wurde später Ame ähnlicher, wie er als Kind war.


Das erinnerte mich sofort an Sartre. Der war der Meinung, dass der Mensch sich selber schaffe. Das heißt, ich kann erst von etwas überhaupt nicht überzeugt sein, sogar Angst davon haben, doch mit der Zeit kann sich mein Verständnis und mein Blick dazu gänzlich ändern.


Wenn ich z.B. mein Selbstbewusstsein klein halte, dann wirke ich auch so auf andere. Möchte ich aber etwas an der Situation ändern oder auch nur ein Verständnis dafür entwickeln, dann muss ich versuchen das Ganze zu analysieren. Dadurch kann eine ganz neue Sicht entstehen und man kann möglicherweise auch verstehen, warum man so ist, wie man ist.

Dabei geht es nicht um so etwas wie Schuldzuweisungen oder ähnliches, sondern es geht um das Verstehen des Selbst.

Wenn man anfängt sich selbst zu verstehen, dann erkennt man recht schnell, dass man sich selbst formen kann, dass man nicht durchweg unbewusst so geformt wurde und damit hat es sich dann, sondern dass man es selbst in der Hand hat. Man hat es in der Hand zu verstehen in welchen Bereichen man aufgeht, welche Bereiche man liebt und was einen glücklich macht.


Nach Sartre ist jeder Mensch anders und jeder hat sich anders geformt. Mit diesem Wissen können wir uns selbst gegenübertreten und unser Selbst hinterfragen.


Das was einen glücklich macht, fordert und weiterentwickelt, sind beispielsweise Dinge die einen formen.

Natürlich kommen auch noch andere Erfahrungen und Alltäglichkeiten hinzu, dennoch sollte man dann und wann innehalten und sich fragen: „Bin ich das eigentlich? Will ich das eigentlich sein? Macht mich das glücklich?


Für jeden der gerne einen etwas philosophisch angehauchten Film sehen möchte, dem kann ich Ame und Yuki nur empfehlen.

Zwar werden wahrscheinlich nicht alle Leser meines Blogs Anime-Fans sein, aber hin und wieder kann man sich ja mal auf etwas Neues einlassen. :)

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