Der Nicht-Handschlag

Eigentlich wollte ich heute einen anderen Artikel posten, aber weil ich gerade so schön dabei bin:

 

Der Handschlag zur Begrüßung kann verwehrt werden, klagt deswegen die andere Person darüber, dann macht sie sich eigentlich nur lächerlich und lässt durchblicken, dass sie borniert ist.

 

In diesem Fall ist es religiös begründet und das sollte man auch als Gegenüber akzeptieren und versuchen zu verstehen. Das Beispiel von Hugo Philosophie mit dem afrikanischen Stamm zeigt ganz gut, dass wir uns in einer ähnlichen Situation befinden könnten und dann machen müssten, was von uns verlangt wird, auch wenn dabei möglicherweise unser Schamgefühl verletzt wird.


Das bedeutet, Kulturen und Werte können nicht automatisch auf andere übertragen werden, selbst wenn sie sich als Gast oder wie auch immer in einem anderen Land aufhalten.

 

Ich frage mich ja, was wohl gewesen wäre, wenn der Mann kein Imam bzw. jemand aus dem Ausland, sondern ein deutscher gewesen wäre, der gesagt hätte, dass er ihr die Hand nicht hätte geben können, aufgrund einer psychischen Störung.

 

Hätte sie da auch so reagiert oder hätte sie es akzeptiert?

 

Falls sie es akzeptiert hätte, dann stellt sich mir die Frage, warum sie psychische Störungen über die religiöse Ausübung eines Menschen stellt, da beides eigentlich gar nicht so weit entfernt voneinander ist (mit dieser Äußerung werde ich mich sicher bei einigen unbeliebt machen).

 

Eine Userin verstand ich so, dass man das ja schon immer so gemacht hat.


Das ist so für mich das größte Nicht-Argument das es gibt.

 

Früher hat man auch viel öfter Körperteile amputiert, warum, weil wir es immer so gemacht haben. Auch das Händewaschen vor einer Operation, wurde nach der Einführung vehement abgelehnt und der „Erfinder“ fast ins Zuchthaus geworfen, weil er so eine verrückte Idee hatte.

 

Anstatt zu versuchen dem anderen seinen Willen aufzudrücken, sollte man versuchen in einen vernünftigen Dialog zu gehen, wo beide Seiten sich erklären und vielleicht sogar einen Kompromiss finden können. Zumal der Imam ja bereit war seine Begrüßung (Hand auf das herz legen)mit der höchstmöglichen Form ihr entgegen zu bringen.

 

In dem Fall hat die Lehrerin, als Pädagogin einfach versagt und es massiv an Respekt und Verständnis mangeln lassen. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass es dazu sicher eine Vorgeschichte gibt, die sich unserer Kenntnis entzieht.

 

 

http://www.tagesspiegel.de/…/privatschule-in-…/13778826.html

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