Philosophy meets Star Wars

Nachdem ich nun einer Einladung nach England, als Photograph gefolgt bin, ist es nun wieder an der Zeit etwas Philosophisches zu verfassen, wie ich es vor einiger Zeit ankündigte.

 

In der aktuellen Abenteuer Philosophie (Nr. 148) wird ein Thema aufgegriffen, bei dem es sich, meiner Meinung nach, lohnt, mal etwas genauer hinzuschauen.

 

Es nennt sich „Star Wars: Die Welt brauch Jedi-Ritter“.

Doch vorab etwas Eigenes,

es ist schon sehr gravierend, wenn man sich überlegt, wie scheu der akademische Komplex sich selbst in unserer heutigen Zeit noch, gegenüber dem Genre der Science-Fiction und ähnlichen medialen Bereichen verhält.


Wie meinen Lesern bekannt ist, bin ich eher im Bereich Star Trek unterwegs und hatte zwischendurch versucht eine Doktorarbeit in dieser Thematik an den Start zu bringen. Doch man findet keinen direkten Doktorvater dafür, sondern nur diejenigen, die sich als zweit oder dritt Unterstützender anbieten.

 

Die Philosophie geniert sich dahingehend so sehr davor, dass man als Philosoph fast gezwungen ist in den medienwissenschaftlichen Bereich zu gehen. Problem dabei: Keine medienwissenschaftliche, akademische Ausbildung, was wiederum bedeutet, dass man die Erfordernisse in der Doktorarbeit wahrscheinlich nicht erfüllen würde.

 

Es ist eine Schande für die Philosophie, dass es nur so wenige Philosophen gibt, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Die Themen, bei denen es so viele Menschen gibt, die es auch interessiert welche Philosophie in Star Trek oder anderen Werken vorkommen und diese mit philosophischen Kerngedanken oder der klassischen Philosophie zu verbinden.

 

Bücher darüber zu schreiben scheint ja zu gehen, aber eine Doktorarbeit dahingehend zu unterstützen? Wer könnte sich denn auf so ein unbekanntes Terrain bewegen...?

 

Stellt sich mir die Frage, ob zu kopflastige, zu akademische Philosophen unserer jetzigen Zeit nicht einfach nur Feiglinge sind...

Star Wars in meiner Kindheit

Ich muss gestehen, Star Wars habe ich zwar in meiner Kindheit gesehen, aber war nie wirklich mein Favorit (und wird es auch nicht werden). Die letzten Jahre ist ein Hype entstanden, der Star Wars wieder weit nach vorne katapultiert hat in den Medien und somit auch wieder präsenter in den Köpfen der Menschen ist.

 

Doch ich muss zugeben, der Artikel in der Abenteuer Philosophie hat mich beginnen lassen etwas anders über die Star Wars Idee zu denken.

 

Vorher hatte ich immer eher dieses einfache schwarz-weiß, gut-böse Konzept im Kopf, weswegen mich Star Wars auch nicht sonderlich ansprach.

 

Bei Star Trek hingegen kamen sehr oft tiefgehende philosophische Fragen auf, die mich eher in ihren Bann zogen (was aber auch nicht jedem liegt).

 

Doch, alleine aufgrund des unterschiedlichen Konzeptes haben beide Bereiche andere Schwerpunkte.

 

Wenn man sich die ersten Teile (4-6) anschaut, dann macht es zuerst den Eindruck, dass es einfach um Gut gegen Böse geht und sich die eine Seite der dunklen Macht verschrieben hat. Die Zeiten sehen trostlos aus; die Zieheltern des jungen Luke Skywalker werden vom Imperium getötet und in dieser Wut will er zum Jedi-Ritter werden, also der hellen Seite angehören. Doch erst durch Meister Yoda, den er trifft und welcher im hilft sich von all der Wut, die er in sich trägt zu befreien, wird er wirklich zum Jedi-Ritter und kann sich auch seinem Vater (Darth Vader, der sich ihm erst später offenbart) gegenüberstellen, welcher auf der dunklen Seite der macht steht.

 

Aber wenn man sich überlegt zu welcher Zeit diese Teile herauskamen, dann lassen die Zusammenhänge alles in einem anderen Licht erscheinen. Der Vietnamkrieg war schon zu Ende und die Kinder lehnten sich noch immer gegen die Eltern auf, bezogen auf die Verbrechen ihrer Eltern und distanzierten sich dementsprechend auch von ihnen.

 

Doch nicht nur das, die damalige Jugend war dadurch noch viel empörter, weil Luke Skywalker in Verbindung gebracht wurde mit der dunklen Seite der Macht und somit, so sehr er sich auch dagegen wehren würde, trotzdem ein Teil davon war.

 

Damit mussten sie sich, auch wenn sie sich von ihren Eltern und deren Gräueltaten distanzierten, dennoch eingestehen, dass eben ihre Vorfahren dies getan hatten und somit dieses Potential auch in ihnen vorhanden war.

 

Gleichzeitig gab es aber auch einen Hoffnungsschimmer, auch wenn in einem das Potential der Negativität schlummerte, dass die neue Generation es eben besser machen könnte, genau wie Luke Skywalker.

 

Um die Jahrtausendwende herum erschienen dann die Teile 1-3, in denen dann die Vorgeschichte von Darth Vader, wie aus einem Jedi dieser dunkle Lord wird.

 

Der interessante Aspekt hierbei ist, dass er nicht von Natur aus einen Hang zur dunklen Seite hat oder dies aus einer Laune heraus geschieht, sondern, dass er im Ursprung nur das Beste für seine Familie möchte. Damit stürzt er sich aber gleichzeitig immer tiefer in sein verderben, aus dem er nicht mehr fliehen kann.

 

Es sind kleine Schritte, die in zu dieser dunklen Figur werden lassen, jedoch immer mit der Absicht seiner Familie etwas Gutes zu tun. Er selbst bemerkt diesen Wandel aber kaum.

 

Das ist eine gute Darstellung, wie jemand der eigentlich gar nichts Böses beabsichtigt, immer grausamer wird, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es ja eigentlich für etwas Gutes ist.

 

Genauso wie auch wir im Alltag uns vielleicht Gedanken machen wie wir etwas für uns und unsere Familien verbessern oder sie schützen könnten, aber vielleicht nicht auf den Gedanken kommen würden, was das für andere Menschen bedeutet.

 

Der Mensch urteilt und verurteilt gerne schnell andere für das was sie sind, ohne jedoch zu wissen warum jemand so ist, wie er ist.

 

Die Filme zeigen auf, wie auch wie zu Dingen fähig sind, die wir im Ursprung gar nicht beabsichtigen, sie aber dennoch zur Folge unseres Handelns werden.

 

Genau aus diesem Grund sollten wir immer wieder innehalten und uns überlegen was wir eigentlich wollen, wenn wir xyz anstreben und welches Auswirkungen das eigentlich hat.

 

Einfachstes Beispiel dabei ist, wenn jemand nach Geld strebt (die Menschen soll es ja auch geben) und möchte, dass seine Familie immer genügend davon hat, damit es ihr gut geht.

 

Die Person arbeitet hart, fängt irgendwann mit Überstunden an, dann werden es immer mehr Überstunden. Später wird dann am Wochenende und auch mal in der Freizeit gearbeitet. Irgendwann wird dann eine Position erreicht, in denen die Person dann auch Leuten kündigen kann, was erst als Hemmnis wahrgenommen wird, entwickelt sich später zu etwas Selbstverständlichem, vielleicht wird das eingesparte Geld sogar mit einem Bonus honoriert.

 

Man kann also gut sehen, dass da ein Rattenschwanz dranhängt, der uns im ersten Moment, wenn wir so auf unser Ziel fokussiert sind, gar nicht wahrnehmen. Auch gesundheitliche Veränderungen bspw. durch Stress werden immer schnell abgetan, weil „sich das ja schon wieder geben wird“.

 

Deswegen bin ich auch ein Anhänger des Müßigganges, denn man nicht einfach faul, wie Philosophen gerne nachgesagt wird, sondern man macht sich dabei Gedanken um diverse Dinge. Ebenso wie solche Verhaltensweisen reflektiert werden, um sie zu analysieren und damit sich selbst besser zu verstehen.

 

In so einer Situation kann einem dann auch klarwerden, dass das eigene Vorhaben vielleicht noch einmal überdacht werden sollte, gerade weil man merkt einem könnte was fehlen oder es stellt sich plötzlich die Frage nach einem moralischen Punkt, der einen stolpern lässt.

 

Daher ist das Innehalten in unserer heutigen, doch sehr schnelllebigen Zeit umso wichtiger, damit wir nicht zu etwas werden, was wir gar nicht sein wollen, aber zu sehr fixiert auf eine Sache sind, ohne zu merken, was eigentlich mit uns und um uns herum passiert.

 

Ich denke Star Wars ist dahingehend ein (von mir unterschätzter) guter Mahner.

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