- Zeit und das Erwachsenwerden -

Wie letztens schon erwähnt, wurde mir die Möglichkeit zuteil, den Film „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ zu sehen. Dieser ist seit dem 22. November 2018 in ausgewählten Kinos zu sehen.

 

Der Regisseur Philip Gröning hat sich bei diesem Film keine einfache Thematik vorgenommen - so viel sei gesagt.

 

Wir folgen dabei den beiden Geschwistern Elena und Robert. Elena bereitet sich auf ihre Abiturprüfung in Philosophie vor und ihr Bruder hilft ihr dabei.

 

So harmlos diese Szenerie beginnt, umso destruktiver und chaotischer wird das Ganze.

 

Alkoholmissbrauch, Gewalt, Vergewaltigung, Inzest, Chaos bis hin zum Mord findet man als physische Extreme in diesem Film.

 

Dabei geht es um unsere Jugend, die Zeit und die sich immerwährend verändernde Existenz. Gerade die Zeit, die ab und an, fast still zu stehen scheint, vergeht im nächsten Moment rasend schnell.


 Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem Handeln. Wenn ich handele, dann treffe ich Entscheidungen und übernehme eine Verantwortung - sowohl für mich selbst, als auch andere. Das bedeutet aber auch, dass sich ein unendlicher Horizont an Möglichkeiten offenbart, mit denen wir zurechtkommen müssen.

 

Besonders Heidegger und Augustinus treten als Fragende nach der Zeit auf.

 

Augustinus, der der Ansicht war, dass wir Zeit zwar intuitiv wahrnehmen, sie jedoch nicht auf den Punkt bringen können - wir können ihr wahres Wesen nicht bestimmen.

 

Für Heidegger wird der Mensch jedoch durch sein zukünftiges Handelnkönnens bestimmt - was zur Folge hat, dass wir während die Zeit vergeht, die Verantwortung für unser Handeln übernehmen müssen, wer wir werden.

 

Dort knüpfen dann Gedanken des Existentialismus an, denn durch meine Handlungen werde ich zu dem, der ich werden will. Man schafft sich selbst, aber zuvor müssen diese Gedanken durch die Zeit zu Handlungen werden.

 

Der Film ist chaotisch, so viel sei gesagt. Was aber auch daher rührt, dass der Film durch langsame und schnelle Sequenzen punktuell gebrochen ist; durch Extreme von der einen Minute auf die nächste.

 

Er ist radikal und verstörend, aber durch die philosophischen Fragen, die sich dabei ergeben, werden durch die Handlungen verstärkt.

 

Man kann diese Verbindung zwischen der physischen Handlungen und psychischen Fragen immer wieder erkennen und werden somit verdeutlicht.

 

Wer sich auf ein verstörendes, jedoch philosophisch interessantes Machwerk einlassen will, dem sei der Film ans Herz gelegt.

 

Ich für meinen Teil, werde sicher noch länger über diesen Film nachdenken.

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