Der Verstand als Garten

 

 

 

„Denn wenn Sie die kleine Analogie erlauben, Ihr Bewusstsein, Ihr Verstand ist nichts anderes als ein Garten. Ein Garten der gepflegt sein will. Wenn Sie ihn zu sehr verkommen lassen, Ihrem Bewusstsein, Ihrem Verstand zu viele Emotionen zugestehen, dann wuchert der Wildwuchs. Er ist vielleicht noch schön anzusehen und ergibt auf einer gewissen biologischen Ebene auch noch Sinn. Doch rein praktisch ist er zu nichts mehr zu gebrauchen.“


Diese Analogie gefällt mir, sogar richtig gut. Ich bin derzeit noch unsicher, ob es eine von Stephan Weiner (Kein Ding an sich) ist oder von einem anderen Philosophen. Aber egal von wem, sie gefällt mir.

 

Ich habe direkt vor meinem geistigen Auge gesehen, wie diverse Gärten aussehen, einige völlig verwildert, andere hingegen gut strukturiert, wieder andere darauf ausgelegt, viele Bienen und Insekten anzulocken, ebenso Vögel und was einen Garten voller Leben werden lässt.

 

Auch habe ich einen Garten gesehen, wie er damals von Moritz Schreber, dem Entwickler des Schrebergartens, gut strukturiert und alles seinem Platz zugeordnet, jedoch völlig ohne Leben ist, gerade weil dem Garten etwas aufgezwungen wurde, was ihn zwar potentiell stark Strukturiert und durchdacht aussehen lässt, jedoch die Tierwelt außen vor gelassen wird.

 

Man stelle sich dies nun einfach mal vor, in Verbindung mit unserem Bewusstsein. Als ich damals fälschlicherweise in einem falschen Seminar, während meines Studiums gelandet bin und sich herausstellte, dass es ein Seminar für Pädagogen war, muss ich im Nachhinein gestehen, dass es Thematisch doch sehr interessant gewesen ist.

 

Es ging um psychische Hygiene und wie man vermeiden kann, einer der vielen alkohol- und drogenabhängigen Lehrer zu werden, die es da in diesem Umfeld einfach nun mal gibt. Das Thema muss man auch gar nicht schönreden, denn gut sieht es in dem Berufszweig nicht aus. Gerade weil es eben auch so schwierig ist sich regelmäßig psychisch zu „reinigen“ - man könnte auch sagen abzuschalten.

 

Genau so ist es aber auch mit dem Garten, wenn ich ihn nicht pflege, nicht versuche zu schauen, welche Pflanzen und Lebewesen miteinander harmonieren, dann kann es schnell passieren, dass der Garten sich in eine ganz falsche Richtung ausdehnt oder er wächst mir plötzlich über den Kopf und ich verstehe gar nicht warum er nun so agiert, wie er agiert.

 

Ab und an ist es hilfreich sein eigenes Bewusstsein zu hinterfragen und auch von Ballast zu befreien.

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