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Von Bienen und Bauern

Letztens bin ich durch den Harz gefahren, den ich im übrigen in den letzten Jahren immer schöner finde, wahrscheinlich weil ich ihn anders betrachte, als in meiner Jugend.
 
Dabei ist mir aufgefallen, dass es vermehrt Bauern gibt, die ihr Feld auch mal brach liegen lassen oder darauf Unmengen an verschiedenen Blumen anpflanzen.
Auch die Seitenstreifen der Autobahnen sind weitaus stärker mit Blumen bepflanzt, als man es von den meisten Strecken kennt.

Es macht Sinn so vorzugehen, denn zum einen haben Insekten mehr Möglichkeiten sich zu entfalten, was gleichzeitig auch den Vogelbestand u. ä. sichert, aber auch, bezogen auf die Felder, können diese sich vom der ständigen Überdüngung erholen und werden dabei noch sinnvoll genutzt.
 
Wer mich kennt, weiß, dass ich regelmäßiger Gast in den Niederlanden bin. Bei meinen Besuchen über die letzten Jahre ist mir aufgefallen, dass die Niederländer zum einen sehr fortschrittlich sind (oftmals Deutschland viele viele Jahre voraus), aber gleichzeitig leben sie recht nah an der Natur. Letzteres hat wahrscheinlich den Ursprung in der Seefahrerei. Man kann sehen, dass sie mit dem Land arbeiten und Ideen umsetzten, aber nicht um jeden Preis, sondern sich gefühlt ganzheitlicher Gedanken um Projekte und Vorhaben machen.
 
Deutschland ist da bisher noch ziemlich hinterher, auch wenn vor einiger Zeit die ersten Übergangsbrücken für Tiere über Autobahnen gefeiert wurden, bewegen wir uns geistig nur langsam voran, was Änderungen angeht.
 
Dahingehend ist der Harz schon ein großer Fortschritt im Denken und Verändern. Mitunter wird es daran liegen, dass der Harz verschiedene Naturparks beinhaltet und somit dieses Verhalten dort gefördert wird.
Doch warum sollte man diese Art der Landwirtschaft nur dort fördern und nicht allgemein?
 
Interessanterweise bin ich zu diesem Thema letztens über eine Initiative gestolpert, die sich „Bienen und Bauern retten“ nennt.
 
Es handelt sich dabei um eine europaweite Bürgerinitiative, die das Ziel hat, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bis 2035 zu beenden, Bauern beim Umstieg auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft zu unterstützen sowie Ökosysteme zu erhalten.
 
Gerade wenn man sich die langjährige und fatale Thematik um Monsanto und Bayer anschaut, stellt man deren Nutzen oder den Nutzen der angebotenen Produkte sehr in Frage.
 
Prince Charles - um eine kleine Anekdote hervorzubringen - liebt das Gärtnern und hat schon sehr früh angefangen ohne jegliche Pflanzenschutzmittel, mit dem Gedanken fokussiert auf eine ökologische Harmonie des Gartens, diesen zu gestalten.
Er berichtete davon, dass er anfänglich dafür belächelt und ihm prophezeit wurde, dass es nicht klappen würde. Es funktionierte und einige Zeit später fingen diejenigen, die ihn dafür belächelt hatten, damit an, ihre Gärten nach seinem ökologischen Konzept zu erstellen.
 
Bis September 2020 muss die Bürgerinitiative mindestens eine Million Unterschriften gesammelt haben.
Jetziger Stand (18.07.2020): 368.819
 
Es fehlen also noch so einige Unterschriften bis zum Ziel.
Das Problem ist, dass viele vielleicht gar nicht erkennen, dass wir bei bestimmten Themen auf einem Ast sitzen, den wir uns selber absägen. Anstatt bis zur letzten Minute zu warten und etwas gegen das Problem des Insektensterbens zu unternehmen, um dann gerade noch die Kurve zu kriegen, ist es viel sinnvoller sich der Thematik anzunehmen und diese frühzeitig auch politisch zu bearbeiten.
 
Dahingehend sollte man sich auch philosophisch fragen, in wie fern der ökonomische Markt wirklich regelt und wie viel freie Hand man diesem lassen darf. Es sei an die Intention von Nestlé erinnert, die Wasser gerne privatisieren möchten.
 
Wer mehr über die Bürgerinitiative erfahren oder sich an dieser mit einer Unterschrift beteiligen möchte, findet unter dem folgenden Link die offizielle Seite: Hier klicken

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