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Das Rad in der Maschine

Mit dem Buch "Das Rad in der Maschine - ein Handbuch der mechanischen Philosophie", ist Patrice Leiteritz ein gutes Werk gelungen.

 

Den einen oder anderen wird vielleicht der Titel etwas abschrecken, weil der Eindruck entstehen könnte, es handele sich dabei um Gedanken die sich auf eine sehr materialistische Philosophie beziehen.

 

Das ist auch nicht ganz falsch, doch darf man mechanische Philosophie nicht mit der Idee verwechseln, dass der Mensch eine Maschine sei.

 

Ehrlich gesagt, hatte ich mal während des Studiums ein Seminar, welches dieses Thema kurz anriss und genau das war das Problem. Durch das Anreißen, hatte ich einen völlig falschen Eindruck von dem eigentlichen Thema.

 

Umso erstaunter war ich, als ich das Buch las. Denn zugegebenermaßen hat es meine Sicht auf den Materialismus und Determinismus, also die "mechanische Philosophie" verbessert.

 

Patrice Leiteritz verzichtet dabei gänzlich darauf auf andere Philosophen zu verweisen, was gut und schlecht zugleich ist - zumindest in einem gewissen Maße.


Denn ab und an würde man sicherlich schon gerne den einen oder anderen Gedanken verfolgen, was aber ja auch möglich ist, in dem man sich einfach mehr mit dem Thema auseinandersetzt.

Da ist sozusagen die philosophische Selbststudium gefragt, wie es in der Philosophie eigentlich immer der Fall ist.

 

Gleichzeitig ist aber auch genau das positiv, denn somit kann das Werk alleine stehen und während des Lesens bricht man nicht auf Grund einer Fußnote den Gedanken ab, der gerade verfolgt wird.

Da liegt es wahrscheinlich an jedem selbst, wie er seinen Schwerpunkt beim Lesen von Büchern legt.

 

Da ich selbst ja ein Mensch bin, der gerne alles etwas einfacher erklärt, damit es nicht nur Menschen mit akademischen Hintergrund verstehen oder jene, die sich schon intensiv mit der Materie beschäftigt haben, sagt mir die Schreibstil und somit der Aufbau des Buches sehr zu. Es wird also nicht ein komplexer Zusammenhang in einer Fußnote erklärt oder einfach vorausgesetzt, dass jeder wisse wovon er schreibt, sondern es ist systematisch strukturiert und verweist dazu noch auf einzelne Kapitel, wo bestimmte Begriffe weiter erläutert werden.

 

Ein weiterer Punkt, der mir wirklich gut gefällt, ist, dass mit plastischen Beispielen gearbeitet wird. Dadurch wird das Theoretische gut mit der praktischen Erfahrung (des Lesers) verbunden und geht so auch besser in das Verstehen über.

 

Es handelt sich dabei um ein philosophisches Werk, welches sich mit der Ordnung des Universums beschäftigt und dabei die Grundzüge von Materialismus und Determinismus erklärt.

Gleichwohl werden Themen wie der Zufall, Natürlichkeit, Moral, Evolution, Willensfreiheit, Sein, Schicksal, Religion und viele weitere philosophische Aspekte mit einbezogen.

 

Dadurch, dass das Buch einen angenehmen Lesefluss hat, nicht zu akademisch daher kommt und gut strukturiert ist, ist es meiner Ansicht nach, auch für Leser geeignet, die sich noch nicht so sehr mit den Themen des Materialismus und Determinismus beschäftigt haben.

Zudem wirft es sicherlich für den einen oder anderen Fragen auf, welche verfolgt werden können, wie z.B. die ob unser Universum wirklich kein Chaos ist, sondern von den Naturgesetzen beherrscht wird oder ob die Naturgesetze nicht womöglich ein von uns geschaffenes Werkzeug sind, damit wir uns in der Welt besser zurecht finden.

 

Alles in Allem handelt es sich dabei um ein sehr gelungenes Werk, was auch in einzelnen Kapiteln genossen werden kann, und ist sehr zu empfehlen.

 

Patrice Leiteritz hat auch eine Homepage, wo einzelne Aspekte der mechanischen Philosophie aufgeführt sind bzw. Fragen beantwortet werden und über die man sich mit ihm auch verbinden kann.

 

 

 

Ich denke auch, dass ich in Zukunft Fragen, die sich mir bei (auch schon) rezensierten Büchern stellen, in späteren Artikeln noch einmal aufgreifen und tiefer ergründen werde.

Das ist sicherlich für den einen oder anderen Leser interessant, weil dabei etwas intensiver auf einen Gedanken eingegangen werden kann.

 

Auch der jeweiligen Autor, so er denn meinen Blog liest, hat damit die Möglichkeit seine eigenen Gedanken zu hinterfragen.

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