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Fast Food

Vor einigen Tagen habe ich einen Artikel gefunden, bei dem es darum geht Werbung vor 21 Uhr, für bestimmte Produkte oder auch für Fast Food, zu verbieten.

 

Natürlich ist es zu verstehen, dass aus gesundheitlicher und auch aus staatlich-ökonomischer Sicht ein gesunder Lebenswandel für die gesamte Gesellschaft besser ist.

 

Doch stellt sich hier die Frage, ob es sinnvoll ist so vorzugehen. Haben wegen der verbotenen Raucherwerbung nachweislich weniger Menschen geraucht? Trinken wegen verbotener Alkoholwerbung weniger Menschen Alkohol?


Ich denke der Ansatz ist zwar nett gedacht, aber er wird nicht funktionieren; zumal die Kinder und Jugendlichen die Werbung eh in irgendeiner Weise sehen werden.

 

Sinnvoll hingegen wäre es, wenn die vermehrte Bildung ins Spiel käme, um dort so früh wie möglich aufzuklären, was gesunde Ernährung ausmacht und wie schlechte Ernährung auf unseren Körper wirkt.

 

Im Unterricht können dann auch verschiedene Arten der Bewegung besprochen werden, damit genau das, was uns nämlich auch mitunter verfetten und einrosten lässt, nicht weiter passiert. Wir sind extrem bewegungsarm geworden und zwar so sehr, dass wir ständig Rücken, Hüfte und Knie haben und uns dabei herausreden, dass das mit Verschließerscheinungen des Alters zu tun hätte – was aber nachweislich nicht der Fall ist, wenn man sich den menschlichen Körper mal ganzheitlich betrachtet.

 

Das Problem ist, dass vielen Menschen einfach durch den damaligen Schulsport, in Kombination des inneren Schweinehundes, die Freude an Bewegung vermiest wurde.

 

Schulsport… eine große, kalte Halle, in unbequemer Kleidung und man bekommt vielleicht eine schlechte Note, obwohl man das Beste gegeben hat, was man in dieser Situation geben konnte. Psychologisch wohl einzuordnen in den Bereich der negativen Konditionierung. Aber genau diese Konditionierung bringt uns dort hin, wo wir heute sind. Gesundes Essen muss schlecht schmecken und Sport ist ätzend, weil „es bringt ja eh nichts“.

 

Über viele Jahrzehnte hat der Staat sich nun Menschen herangezogen, die sich nicht mit der Ernährung beschäftigt haben oder sich damit nicht beschäftigen wollen und gleichzeitig auch kaum mehr einen Kilometer am Tag mehr gehen, weil sie ständig mit dem Auto fahren und auf Arbeit herumsitzen (müssen).

 

Würde aber die Bildung ein Fach wie „Gesundheit“ oder so ähnlich schaffen, dann könnten all diese Studien und Faktoren dort verstanden und ein besseres Verhalten erlernt werden bzw. es wäre artgerechter, als wir es bisher tun.

 

Gerade in Großbritannien ist die Nahrungsvielfalt (bezogen auf Restaurants) enorm groß, wenn man einer Dokumentation, mit dem bekannten Koch Nigel Slater, trauen darf. Was bedeutet, dass entweder diese Vielfalt gar nicht genutzt wird, genutzt werden kann oder kaum ausschlaggebend ist, bezogen auf die Menge der Gesellschaft.

 

Hat die Werbung Schuld daran, dass ich mir, anstatt in den 49 anderen Restaurants was zu Essen hole, zu dem Restaurant gehe, welches billige Pappbrötchen anbietet, ich aber bereit bin genauso viel (oder mehr) zu zahlen? Oder hat dahingehend vielleicht eine andere Konditionierung, bspw. über die Eltern, stattgefunden?

 

Ein Bewusstsein zu schaffen, welches sich mit der vorliegenden Materie beschäftigt und es auch noch praktisch umsetzen kann, ist sicherlich gehaltvoller, als ein bloßes Verbot von Werbung. Ganzheitlich Denken sollte auch in der Politik Voraussetzung sein, dies liegt in diesem Fall jedoch nicht vor.

 

Einfach gesagt: Es ist zu kurzsichtig gedacht und wird auch an der Situation als solches nichts oder nur kaum etwas ändern, weil zu viele psychologische Komponenten eine Rolle spielen. Man könnte sagen, die Behandlung des Patienten wird nicht erfolgreich sein.

 

Es wird also versucht ein Symptom zu behandeln, anstatt die Ursache zu bekämpfen.

 

Kann man in dem Fall sagen, dass es tief Blicken lässt, wenn eine Regierung versucht so zu agieren, damit sie wenigstens „etwas versucht hat“?

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