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Die Philosophie bei Star Trek

Wer sich etwas mehr mit dem Transhumanismus in Kombination mit Science-Fiction beschäftigen will, dem sei das Buch "Die Philosophie bei Star Trek" von Henrik Hansemann empfohlen.

 

Das Buch gibt uns einen tieferen Einblick in das Star Trek Universum und den philosophischen Ideen, die sich darin verbergen. Star Trek ist nicht nur reine Fiktion, sondern ist viel tiefer gehend, als einige vermuten würden.

 

Es beleuchtet die verschiedenen Facetten der Charaktäre, der Moral, Ethik, aber auch dem alltäglichen Leben.

 

Ebenso wird aufgezeigt, welche Erfindungen es damals nur als Idee gab, jedoch für uns heute schon real sind. Als Beispiel sei das Tablet genannt, was ähnlich dem Mobiltelefon, kaum mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken ist.

Star Trek Philosophie

Natürlich ist es hilfreich, wenn man die verschiedenen Serien kennt, ist aber für das Verständnis nicht unbedingt notwendig, weil alles umfassend gut erklärt wird. Dennoch, auch als eingefleischter Fan der Serie, ist es faszinierend, sich über das eine oder andere philosophische Problem Gedanken zu machen.

 

Gerade die Bezüge zum Transhumanismus, der Kybernetik und der Robotik sind äußerst interessant. Zumal auch in der fiktiven Serie nicht alles idealistisch von statten geht, sondern die eine oder andere Idee zum nachdenken anregt.

Dahingehend seien die Borg genannt, eine Spezies, die sich der technischen Selbstoptimierung hingegeben hat und somit nicht nur sich selbst kybernetisch verbesserte, sondern sich auch überlegene Spezies ansieht, was bedeutet, dass alle anderen Spezies und deren Technik nur dazu da sind, assimiliert oder ausgelöscht zu werden. Ziel ist es, die einzige Spezies im Universum zu werden.

 

Auch der Android "Data", welcher Angehöriger der Sternenflotte ist und danach strebt ein Mensch zu sein, kommt in dem Buch voll auf seine Kosten, denn gerade bei der künstlichen Intelligenz und der Robotik stellen sich ungeheuer viele Fragen und ethische Probleme. Diese können wir heute schon erleben, wenn wir uns z.B. die Frage stellen, wer haftet dafür, wenn ein Auto, welches von einer künstlichen Intelligenz gesteuert wird, einen Unfall baut? Der Entwickler? Die Firma, die die künstliche Intelligenz verkauft hat? Die Versicherung?

Auch stellt sich die Frage, warum eine so überlegene, künstliche Intelligenz, wie Data versucht menschlich zu werden?

 

Oder auch der Punkt, ab wann eine künstliche Intelligenz ein Selbst besitzt und somit, laut unserer Definition, frei sein müsste und nicht mehr dafür da ist, dem Menschen zu dienen.

 

Ebenso medizinische Dilemma werden angesprochen, die uns in unserem Alltag oftmals weniger begegnen, jedoch in der Zukunft potentiell, das Sterben von ganzen Völkern mit sich bringen könnte.

 

Es ist nie verkehrt einen Blick in die Zukuft zu werfen und damit auch in die philosophischen Probleme, vor die diese uns stellen kann. Selbstverständlich ist Star Trek kein eins zu eins Abbild von dem was da kommen wird, aber vielleicht von dem einen oder anderen was da kommen könnte und somit auch der aufkommenden, philosophischen Fragen.

 

Wer sich also für künstliche Intelligenz, Kybernetik und der Idee außerirdischen Lebens interessiert, der ist bei diesem Buch genau richtig - auch wenn es sich dabei nur um das Star Trek Universum dreht.

 

Vielleicht wird bei dem einen oder anderen ja sogar das Interesse für Star Trek selbst geweckt.

 

Hinweis: Da das Buch von 2013 ist, behandelt es nicht die neue Serie "Picard". Dort wird das politische Element, welches das Buch in den vorangegangenen Serien vermisste, weitaus stärker in den Vordergrund gerückt.

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