Blog - Archiv 2015


Für Interessierte die ältere meiner Beiträge durchstöbern möchten

Diät – ein Versuch über ein neues-altes Begriffsverständnis

Der eine oder andere nimmt sich für das neue Jahr immer etwas vor - auch bekannt als gute Vorsätze. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, einen Artikel, den ich vor einiger Zeit für ein Fitnessforum geschrieben habe, hier zusätzlich zu veröffentlichen. Denn sich Gedanken zu machen, über das was man im Alltag so treibt und auch neu entwickelte Ziele, ist ein wichtiger Punkt.

Unser Handeln und Tun zu hinterfragen und sich zu überlegen "Was bedeutet dieses und jenes eigentlich und wie bezieht sich das dann auf mich?" ist Teil von unserer Verwirklichung und des Verstehens unserer Ziele. Damit können wir uns selbst auch ein Stück weit mehr verstehen.


Doch nun viel Spaß beim Lesen.


mehr lesen 0 Kommentare

Ame und Yuki – Die Wolfskinder – Oder wie der Mensch sich selber schafft

Vor einigen Wochen sah ich den oben genannten Anime. Eigentlich bin ich zufällig darüber gestolpert, jedoch hängen geblieben und am Ende war es doch ganz interessant. Besonders wenn Filme Fragen aufwerfen, sind sie überaus unterhaltsam, wie ich finde.


Um kurz den Anime anzureißen, damit die Handlung grob bekannt ist:


Die Geschichte spielt über dreizehn Jahre hinweg und erzählt von der 19-jährigen Studentin Hana, die in einer Stadt lebt und sich in einen Wolfsmenschen verliebt. Sie bringt daraufhin zwei Kinder zur Welt, die die Namen „Yuki“ und „Ame“ tragen, was übersetzt „Schnee“ und „Regen“ bedeutet und auf die Wetterlage hinweist, in der sie geboren wurden. Die ältere Yuki ist neugierig und aufgeweckt, während ihr jüngerer Bruder Ame eher schüchtern ist. Beide Elternteile versuchen, das Geheimnis ihrer „Wolfskinder“ zu verbergen und leben unscheinbar in einem Haus am Stadtrand, geschützt vor den Blicken der Öffentlichkeit. Nachdem Hanas Mann überraschend verstorben ist, entschließt sie sich, ihren Kindern ein normaleres, freieres Leben zu ermöglichen und zieht mit ihnen weg von den Menschen, in eine entfernte ländliche Gegend, die vollkommen anders ist als ihre bisherige Welt.

Quelle: Wikipedia


Die Kinder wachsen dort auf und lernen sich und ihre Fähigkeit, die Gestalt in einen Wolf zu wandeln, besser kennen. Sie können sich entweder als Mensch zeigen oder als Wolf.


Desto älter sie werden desto mehr wandelt sich auch ihr anfänglicher Bezug zu ihrem Wolfsteil. Yuki fängt an es regelrecht zu hassen und versucht es mit allen Mitteln zu verbergen, dass sie nicht so ist wie alle anderen Kinder.

Ame hingegen, erst schüchtern und gar nicht angetan von dem Wolf in ihm, geht, desto älter er wird, in seinem Wolfsteil gänzlich auf.

Sie haben quasi die Rollen getauscht. So wie Yuki als Kind war, wurde später Ame als Jugendlicher; und Yuki wurde später Ame ähnlicher, wie er als Kind war.


Das erinnerte mich sofort an Sartre. Der war der Meinung, dass der Mensch sich selber schaffe. Das heißt, ich kann erst von etwas überhaupt nicht überzeugt sein, sogar Angst davon haben, doch mit der Zeit kann sich mein Verständnis und mein Blick dazu gänzlich ändern.


Wenn ich z.B. mein Selbstbewusstsein klein halte, dann wirke ich auch so auf andere. Möchte ich aber etwas an der Situation ändern oder auch nur ein Verständnis dafür entwickeln, dann muss ich versuchen das Ganze zu analysieren. Dadurch kann eine ganz neue Sicht entstehen und man kann möglicherweise auch verstehen, warum man so ist, wie man ist.

Dabei geht es nicht um so etwas wie Schuldzuweisungen oder ähnliches, sondern es geht um das Verstehen des Selbst.

Wenn man anfängt sich selbst zu verstehen, dann erkennt man recht schnell, dass man sich selbst formen kann, dass man nicht durchweg unbewusst so geformt wurde und damit hat es sich dann, sondern dass man es selbst in der Hand hat. Man hat es in der Hand zu verstehen in welchen Bereichen man aufgeht, welche Bereiche man liebt und was einen glücklich macht.


Nach Sartre ist jeder Mensch anders und jeder hat sich anders geformt. Mit diesem Wissen können wir uns selbst gegenübertreten und unser Selbst hinterfragen.


Das was einen glücklich macht, fordert und weiterentwickelt, sind beispielsweise Dinge die einen formen.

Natürlich kommen auch noch andere Erfahrungen und Alltäglichkeiten hinzu, dennoch sollte man dann und wann innehalten und sich fragen: „Bin ich das eigentlich? Will ich das eigentlich sein? Macht mich das glücklich?


Für jeden der gerne einen etwas philosophisch angehauchten Film sehen möchte, dem kann ich Ame und Yuki nur empfehlen.

Zwar werden wahrscheinlich nicht alle Leser meines Blogs Anime-Fans sein, aber hin und wieder kann man sich ja mal auf etwas Neues einlassen. :)

mehr lesen 0 Kommentare

Body-Hacking

In den letzten Wochen habe ich einiges zum Thema „Body-Hacking“ gesehen und gelesen. So grüblerisch, wie ich bin, habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht. Aber schauen wir uns doch erst einmal an, was Body-Hacking überhaupt ist.


Bei Body-Hacking geht es um Menschen, die mittels technischer Gerätschaften ihren Körper verändern und verbessern möchten. Bekannt ist dieses Prinzip aus Fantasy- und Sci-Fi Filmen z.B. als Cyborg oder zu deutsch kybernetischer Organismus. Also ein Mensch mit dauerhaften technischen Teilen am oder im Körper.


Als Vorreiter könnte man bspw. Prothesen für Arme und Beine sehen. Diese haben eigentlich die Eigenschaft, dass sie dem Tragenden ein Ersatz für das fehlende Körperglied sind. Sie sollen also einen potentiellen Nachteil ausgleichen, damit ein normales Leben möglich ist.


Beim Body-Hacking geht es nun aber darum, das Bestehende zu verbessern, nicht unbedingt deswegen, weil es als unvollkommen angesehen wird, sondern weil wir mit unserer heutigen Technologie auch einfach die Möglichkeit haben und bei dem Thema gerade erst am Anfang stehen.


Normalerweise würden wir eher nicht sagen, dass wir uns einem Eingriff unterziehen, da dieser natürlich Risiken beinhalten kann.


mehr lesen 0 Kommentare

Ethik versus Ökonomie

Dieses Thema wird den einen oder anderen Arbeitgeber sicher immer mal wieder beschäftigen. Vielleicht aber auch Arbeitnehmer und auch den Privatmenschen; denn gerade in unserer stark auf die Ökonomie ausgerichteten Gesellschaft, ist es schwierig nicht immer wieder auf diese Themenpunkte zu stoßen.


Aber schauen wir uns doch erst einmal an, was Ethik und Ökonomie sind.


Bei Ethik handelt es sich um das Sittliche oder das sittliche Verständnis, aber auch Sitten oder Bräuche können damit in Verbindung gebracht werden. In der Philosophie gibt es bezüglich der Ethik verschiedene Ausrichtungen bzw. abgeleitete Disziplinen, wie die Sozial- oder Rechtsphilosophie, die sich immer wieder mit Fragen der Ethik befassen.


Die Ethik als solche ist Teil der praktischen Philosophie, das heißt dem Bereich der Philosophie, der sich mit dem menschlichen Handeln beschäftigt. Im Zentrum der Ethik steht die Frage nach dem moralischen Handeln. Die Moral besteht meist aus faktischen Handlungsmustern und Konventionen von Einzelpersonen, Gruppen oder sogar ganzen Kulturen. Wörter wie Moral, Sitte, Anstand, werden oft miteinander verbunden und als ähnlich empfunden und dementsprechend beschreibend gebraucht.


Doch wie kann man jetzt Ethik oder Moral genauer verstehen?


Durch die Möglichkeit, dass unterschiedliche Gruppen auch unterschiedliche Ethik-/ Moralvorstellungen haben können, wird uns aufgezeigt, dass wenn wir z.B. in ein anderes Land fahren, um dort Urlaub zu machen, dort eine andere Moral herrschen kann, als bei uns zu Hause.

Wir sind aufgewachsen und wurden mit einer bestimmten Moralvorstellung erzogen. Haben diese vielleicht von unseren Eltern übernommen oder irgendwann verworfen, weil wir sie als nicht für uns vertretbar gehalten haben.

Halten wir uns nun in einer anderen Kultur auf, so müssen wir uns der jeweiligen Ethik anpassen, da sonst potentiell Sanktionen drohen. Das heißt, nur weil in der eigenen Kultur / Gruppe etwas erlaubt ist, muss es nicht für alle Kulturen / Gruppen gelten.

Das Prinzip kann man auch an den jeweiligen Gesetzen erkennen. Was in einem Land verboten ist, kann in einem anderen erlaubt sein.


Es wird also deutlich, dass das Thema der Ethik nicht so ganz einfach ist. Schnell stellt sich die Frage nach dem ethischen Handeln und wie man dieses im Alltag genauer beobachten kann.


Nehmen wir mal einige Beispiele:


Man geht in den Supermarkt einkaufen um - sagen wir Kaffee zu holen. Mal abgesehen von den geschmacklichen Unterschieden sind sich alle Hersteller sehr ähnlich. Jetzt kann man sich den ganz günstigen kaufen oder man kauft sich bspw. einen Fair-Trade Kaffee. Der kostet aber dann auch gleich das vierfache von dem günstigen, jedoch werden die Arbeiter (laut Fair-Trade) menschlicher entlohnt. Es soll also ethischer gehandelt werden, damit man nicht Plantagenarbeiter in Südamerika ausbeutet, es kostet halt nur mehr.


Jemand der vielleicht nicht genügend Geld hat, für den stellt sich die Frage vielleicht eher weniger, da es einfach nur zum günstigen Produkt reicht. Selbst wenn sich die Gedanken darum drehen sollten, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass die Person, die sich den teureren Kaffee nicht leisten kann, darauf sparen wird.


Aber egal ob mit wenig oder mit etwas mehr Geld: Man steht vor einem ethischen Dilemma.

Wie man sich in dem Fall jetzt richtig verhält ist Frage des Einzelnen und kann pauschal nicht beantwortet werden.

Mit einem flapsigen „Ist doch klar, der Fair-Trade natürlich; schließlich wird damit anderen Menschen geholfen und sie werden nicht ausgebeutet“ ist es nicht getan, da das ganze Thema viel Komplexer ist, als es den Anschein hat.


Ein ähnliches Beispiel wären Produkte aus dem Bio-Anbau. Dabei könnte man sich denken, dass es ökologisch viel besser ist, Tiere und Pflanzen besser behandelt werden, als im konventionellen Anbau. Aber vielleicht steckt dahinter auch nur eine Marketingstrategie und ist gar nicht so, wie man es vermutet?


Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht sehen können über einen Bauernhof, der so biologisch angebaut hat, dass er laut EU-Richtlinie nicht mehr eingestuft werden konnte. Das heißt er viel dermaßen aus dem Rahmen und hat so ökologisch gewirtschaftet, dass man dort kein EU-Biosiegel verteilen konnte.


Für den Bauern wird das ein ziemlich herber Schlag gewesen sein. Er hat seine Arbeit so gut gemacht, dass es dafür keine Kategorie mehr gab und deswegen erst gar kein Siegel bekommt.

Das wäre so, als hätte man in der Schule seine Arbeiten so gut abgeliefert, dass man sie nicht bewerten könnte und deswegen kein Zeugnis für das Jahr bekommt.


In dem Fall würden sich mehrere Fragen stellen: Wenn der Bauer so ökologisch wirtschaften kann, dass er noch besser ist, als die die das Siegel bekommen haben, warum können das andere Bauern nicht? Wenn jemand so gut arbeitet, warum wird dann nicht noch eine höhere Kategorie erstellt, damit er ein anderes Siegel bekommen und seine Produkte vertreiben kann?

Ist es ethisch vertretbar jemanden der seine Arbeit ausgezeichnet abliefert, sogar höher als das geforderte, aufgrund von Kategorisierungen abzustrafen?


Solche und ähnliche Beispiele des Alltags gibt es zuhauf, auch wenn sie uns nicht immer direkt anspringen.


Doch was, wenn man z.B Arbeitgeber ist, es sich also nicht um ein privates Denkvergnügen handelt, sondern sich durch sein Verhalten sofortige Lebensverhältnisse ändern?


Nehmen wir ein Beispiel: Man ist Chef einer Firma, die Aufträge laufen gut und der Verdienst der Angestellten ist auch überdurchschnittlich. Das liegt daran, dass in dem Bereich ein Fachkräftemangel herrscht und man jeden Arbeiter in dieser Branche benötigt.

Jetzt hat man aber einen seiner Freunde eingestellt, den man schon viele Jahre kennt. Natürlich wird da immer mal wieder das Thema der Extrabehandlung auftauchen, weil das schnell zur Hand ist, wenn etwas nicht stimmt – selbst wenn es ungerechtfertigt ist.


Doch wie geht man vor, wenn der Freund zwar seine Arbeit macht, aber vielleicht nur halb so schnell wie alle anderen? Da Fachkräftemangel herrscht wird man ihn zwar darauf hinweisen, aber wahrscheinlich dennoch in der Firma belassen, da man, auch wenn es sich nur um eine halbe Arbeitskraft handelt, sie benötigt.


Was aber, wenn nicht nur dadurch, sondern auch durch die Person selbst, Unruhe und Missmut in die Firma gelangt? Viele würden sagen, dass es sich schließlich um einen Freund handelt, den kann man nicht raus werfen. In dem Punkt würde die Ökonomie sagen, raus mit der Person, auch wenn man die Arbeitskraft benötigt. Der Arbeitswille der anderen Arbeitnehmer würde dauerhaft geschwächt und das gesamte Betriebsklima leidet darunter. Lieber eine Arbeitskraft weniger, als dauerhafte Probleme durch die selbige.


Die Ethik hingegen könnte sagen „Hey, der Freund, das ist doch so was wie Familie, den kannst du nicht raus werfen, du musst versuchen ihn zu unterstützen“.

Gleichzeitig müsste aber auch die Ethik der Person, die Unmut in die Firma bringt, greifen und sagen „Hey, dein Freund ist zwar dein Chef, aber du solltest dich nicht benehmen, wie die Axt im Walde.


Doch wir sprechen hierbei immer noch von der kulturellen Ethik, also der die in bestimmten Gruppenkreisen gültig ist. Hat nun der Arbeitnehmer über Jahre seine frühere Ethik verworfen, so kann es sein, dass ihm die allgemeingültige Ethik egal ist und er sie auch nicht mehr auf seinen Freund bezieht. Es entsteht ein Ethikkonflikt, der aus verschiedenen Richtungen auftritt.


Am Ende steht der Chef da und muss eine Entscheidung treffen, die Vordergründig nach einer ökonomischen Entscheidung aussieht, aber viel komplexer ist.


Nehmen wir ein weiteres Beispiel, um einen anderen Blickwinkel zu erkennen.


Ein Arbeitnehmer, noch in der Probezeit, wird krank und zwar so, dass der Hausarzt ihn immer wieder ins Krankenhaus einweist und er mehrere Wochen am Stück nicht arbeiten kann. Bevor die Krankenkassenzahlung greift (also ab der sechsten Woche) wird darüber diskutiert, ob der Arbeitnehmer gekündigt werden sollte, wozu der Arbeitgeber im Recht wäre.

Nun kommen diverse Argumente zum Vorschein, wie „Er ist eine schlechte Arbeitskraft“, „Er hat sich nicht bewiesen“, „Was wenn er später auch immer wieder krank wird und er weitere Kosten verursacht?

Das sind rein ökonomische Argumente, doch sollte man als Arbeitgeber den menschlichen Faktor nicht vergessen.


Der Arbeitnehmer liegt währenddessen im Krankenhaus und macht sich Gedanken, ob er bald gekündigt wird, obgleich er nicht einmal weiß, dass über ihn auf der Arbeit gesprochen und verhandelt wird. Zwar meldet er sich jede Woche um seinen weiteren Verlauf anzukündigen, damit der Arbeitgeber weiß, wie es dem Arbeitnehmer geht und wann er mit ihm wieder rechnen kann, doch im Hinterkopf hat er immer die drohende Kündigung.

Das dieser psychische Stress nicht sonderlich gut für den schnellen Heilungsprozess ist, muss ich nicht erwähnen.


Doch wie wird sich der Arbeitnehmer wohl fühlen, wenn er während seiner Krankheit gekündigt wird? Für die meisten unserer Krankheiten können wir nichts bzw. können dann nur dem Rat der Ärzte folgen, um schnell wieder gesund zu werden. Wenn die Heilung aber nun langsamer von statten geht, als gewohnt, dann kommt der psychische Druck hinzu, der es dem Arbeitnehmer nicht einfacher macht.

Der Arbeitgeber hingegen hat zum einen die wirtschaftliche Situation im Sinn, denn bis zu sechs Wochen fehlt eine Arbeitskraft, die dann diese Zeit lang auch noch bezahlt werden soll und zudem muss die fehlende Arbeitskraft ersetzt werden. Entweder durch Mehrarbeit der anderen Angestellten oder durch eine temporäre, neue Arbeitskraft.


Außerdem stellt sich dem Arbeitgeber die Frage wie wohl die Zukunft aussehen wird mit dem Arbeitnehmer.


Genau an dem Punkt wird es schwierig, denn es gibt einfach sehr viele Pro- und Contrapunkte die eine Rolle spielen.

Es könnte sein, dass der Arbeitnehmer auch in Zukunft immer wieder sehr krank wird und man ihn ab einem bestimmten Punkt nicht mehr entlassen könnte. Das würde bedeuten, dass Kosten verursacht werden, die der Kalkulation nicht gut tut und für die eine belastbarere Arbeitskraft eingestellt werden könnte. Das wäre also eine nicht so sonderlich gute Situation, weder für den Arbeitgeber, noch für den Arbeitnehmer.

Es könnte aber auch sein, dass sich der Arbeitnehmer beweisen kann, in dem was er auf Arbeit macht und auch wenn er dann und wann mal krank wird, seine Arbeit gut abliefert und gute Leistung erbringt. Für den Arbeitnehmer wäre das zwar nicht das Optimum, aber akzeptabel, da die Ergebnisse für ihn sprechen.

Eine dritte Möglichkeit wäre, dass der Arbeitnehmer sich noch viel mehr in seine Arbeit hängt und versucht immer das beste aus seiner Arbeit zu holen, da er sich dem Arbeitgeber verpflichtet fühlt, weil dieser ihn nicht während seiner langen Krankheit gekündigt hat. Er ist loyal dem Arbeitgeber gegenüber und auch privat versucht er bestmöglich alles für den Erhalt seiner Gesundheit zu tun. In doppelter Hinsicht wäre er wertvoll für den Arbeitgeber, da er nicht nur seine Arbeitskraft beweisen und erhöhen konnte, sondern er auch privat sich für seine Arbeit einsetzt.


Dies sind nur drei Optionen, sicherlich gibt es noch viele mehr. Aber ich möchte damit aufzeigen wie komplex die theoretische Ethik, sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ist und dass ein weiterer Schritt die praktische Durchführung der Ethik ist.


Natürlich spielt die Ökonomie in unserem derzeitigen System eine große Rolle, dennoch sollten wir, egal ob wirtschaftlich oder privat, dieser nicht durchgängig Raum lassen, sondern immer wieder mal nachfragen, ob es nicht an einigen Punkten sinnvoller wäre ethisch zu handeln und nicht nur ökonomisch.


Denn der Mensch ist nicht nur darauf aus zu funktionieren, die zwischenmenschlichen Handlungen bedeuten ihm recht viel und wenn man sich als Firma dem Arbeitnehmer menschlich zeigt, ist das viel vertrauenerweckender, als wenn man die Macht nutzt um nur Freude oder Leid zu erzeugen oder besser gesagt seine Macht auszuspielen.

0 Kommentare

Newtopia

mehr lesen 0 Kommentare

Kommunikation mit Menschen außerhalb des Arbeitsplatzes

Wie wir alle wissen, ist Kommunikation sehr essentiell, sei es in der Partnerschaft, mit Freunden, im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen oder am Arbeitsplatz.

Überall benutzen wir Kommunikation in den verschiedensten Formen, mal als Wort und mal als Gestik oder Mimik. Doch alle Arten der Kommunikation haben miteinander gemein, dass wir uns ausdrücken möchten und die Person gegenüber uns verstehen soll.

Im Alltag klappt das meistens auch ganz gut, da wir oft mit Menschen zu tun haben, die uns verstehen oder verstehen wollen.

Ich gehe hierbei von Standartsituationen aus, bei denen es nicht um Gefühlsausbrüche geht oder um massive Missverständnisse.


Doch hin und wieder scheinen, besonders gerne in der Arbeitswelt, einige Menschen Wörter zu benutzen, deren Sinn sich dem Gegenüber nicht immer wirklich erschließen oder total unsinnig erscheinen.

In der Arbeitswelt bzw. in einigen Firmen nutzt man bestimmte Wörter oder Abkürzungen, um eine Kommunikation schneller und einfacher zu gestalten. Man könnte sagen: „Zeit ist Geld, also sprich schneller.

Bei einigen Wörtern ist dieses Vorgehen sogar verständlich, da bspw. einige Maschinen ewig lange Namen haben und da ist es einfacher Abkürzungen zu benutzen. Ein Außenstehender, der diese Abkürzung nicht kennt, würde damit nichts anfangen können oder assoziiert sogar etwas anderes, vielleicht aus seiner eigenen Firma damit.


Angefangen hat dieses Thema für mich, als ich vor Jahren mal etwas an einem Bahnhof entdeckte. Es handelte sich dabei um einen kleinen Kasten, in Silber gehalten und mit blau-roter Glasoberfläche ausgestattet. In der Mitte des Kästchens war ein roter Punkt abgebildet und oben drüber stand „Touch Point“.

Da ich damals damit nichts anfangen konnte, recherchierte ich etwas und fand heraus, dass dieses Gerät, einfach gesagt, für das Ein- und Ausloggen von Fahrkarten via Mobiltelefon, zuständig war.


Der „Touch Point“ ist Teil des „Mobile Ticketing“, sollten Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gerne an jedem „Service Point“ der DB darüber informieren – so oder so ähnlich könnte ein Satz der Deutschen Bahn lauten, wenn man sie nach dem Touch Point fragen würde.

Die Deutsche Bahn war schon immer sehr amüsierend, wenn sie versucht Neologismen zu schaffen und dabei mehr Verwirrung verursacht, als wirklichen Inhalt zu vermitteln. Der Service Point, ist übrigens der Informationsstand in den meisten Vorhallen von großen Bahnhöfen in Deutschland.


Solche Sätze finde ich immer wieder sehr zum lachen, weil es einfach einen ziemlich karikierenden Charakter mit sich bringt. Es ist ja nicht so, dass man solche Begriffe erfindet, um sich dann über jemanden oder etwas lustig zu machen, sondern mit solchen Versuchen karikiert sich das jeweilige Unternehmen immer selbst, da einige Unternehmen in dem Fall nicht versuchen etwas zu vereinfachen, damit bestimmte Kommunikationsabläufe schneller funktionieren, sondern man stellt sich damit ein Bein, da hunderte von Menschen dann zum Service Point laufen um zu fragen, was denn der Touch Point so macht.

Vielleicht konnte der eine oder andere es auch heimlich beobachten, wie in den ersten Wochen und Monaten, die Menschen immer wieder auf den roten Punkt in der Mitte des Touch Points drücken wollten und als nichts passierte wie das Gehirn anfing zu rattern.


Wie Oswald Henke (Sänger, Komponist, Autor) mal in einem seiner Artikel sinngemäß schrieb - Wenn da ein roter Knopf ist, dann will man ihn betätigen, selbst wenn es verboten ist ihn zu drücken. -


Auch immer wieder schön: Durchsagen der Deutschen Bahn auf Englisch.


Doch in diesen Fällen ist die Deutsche Bahn nicht schlimmer als alle anderen, sie ist einfach nur präsenter und deswegen fällt einem so etwas schneller auf, als bei Firmen mit denen man gar keinen Kontakt hat oder die weniger in der Öffentlichkeit stehen.


Dennoch auch hier kann es zu kuriosen Wortschaffungen kommen. „Kick-Off“ - haben Sie noch nie gehört? Ich nicht, also bis vor Kurzem. Als ich es das erste Mal las, war der Zusammenhang total unklar, da es sich um ein geschäftliches Erstgespräch handelte. Ich dachte es könnte sein, dass Leute eingestellt und rausgeworfen werden am gleichen Tag.


Hielt ich aber für eher unwahrscheinlich.


Dann bemühte ich einfach mal google... Hätte ja klappen können, denn ich dachte nicht, dass es sich dabei um Fußball oder ähnliche Sportarten handelte, wie google mir weismachen wollte. Außer der Personalchef wäre inbrünstiger Fußballliebhaber und wollte mit einem bei einer Runde Fußball reden.


Auch das erschien mir unwahrscheinlich.


Irgendwann erfuhr ich, dass es sich dabei um Fachjargon von Unternehmen handelte – was ich mir schon dachte, es aber um verschiedenste Dinge gehen kann, wie Bewerbungsgespräche, Gespräche allgemein, Probearbeit, Vertragsbesprechungen und einiges mehr.

Im Endeffekt scheint das niemand so genau zu wissen, aber Hauptsache man wirkt kompetent, wenn man einfach mal englische Wörter von sich gibt.


Das ist ein massives Problem. Wenn man das Firmenintern benutzt, wird jeder damit umgehen können, doch wenn Personen von Außerhalb involviert werden, dann ist es äußerst wichtig, wenn man die Dinge, die man sagen möchte, vorher überdenkt, da es zu mehrfachen Stolpersteinen kommen kann.

Einer davon ist, dass die Person von Außen nicht weiß um was es geht und somit die Kommunikation unnötig verlängert wird.

Zum anderen, wenn die Person von Außen das Gefühl hat, dass mit Wörtern um sich geworfen wird, von denen niemand wirklich weiß was sie bedeuten oder einfach benutzt werden, damit man kompetent klingt, die eigentliche Kompetenz in Frage gestellt wird und der Gesprächspartner in seiner Stellung sinkt.

Das machen wir nicht mit Absicht, sondern passiert automatisch, da der Mensch gegenüber den Eindruck macht, etwas zu sein, was er nicht ist – im Klartext: es kann den Eindruck machen, dass man ein Wichtigtuer wäre.


Wissen Sie was eine „High Bench“ oder ein „Absorber“ ist? Bis vor einer Woche wusste ich das nicht.


Bei Ersterem würde ich es mit so etwas wie Hochbank oder Hochsitz übersetzen (engl. high: hoch; engl. bench: Bank). Ich wurde eines Besseren belehrt. Es handelt sich dabei um einen Stehtisch. Von www.dict.cc wird der allgemeine Stehtisch mit „bar table“ übersetzt.

Eine high bench scheint es aber wirklich zu geben und ist eine Art erhöhte Bank, an die man sich eher anlehnt, als dass man darauf sitzt. Würde ja auch zum Namen passen. In der Pariser Metro kann man solche high benches öfters sehen, die als Alternative zu den herkömmlichen Sitzen (die es aber auch noch gibt) angebracht wurden.


An dieser Wortumdeutung kann man gut erkennen, wie schnell die Kommunikation unsinnig werden kann und es wirklich den Eindruck macht, als würde man auf biegen und brechen Englisch sprechen wollen um modern zu wirken. Das dann aus einem Tisch dann eine Bank wird ist schon ziemlich prägnant.


Das zweite Wort „Absorber“ auch wahrhaft vielschichtig gewählt und dabei so nichtssagend.

Es kann sich dabei um einen Gaswäscher in der Physik bzw. Chemie handeln, im Autotuning handelt es sich um ein Teil in der Auspuffanlage, in der Solartechnik ist es ein Teil der Solaranlage usw.

Also ein Wort für viele Dinge, die dann auch noch ziemlich unterschiedlich sind, weil sie in jedem Bereich etwas anderes bedeuten.

Es kann sich aber auch um Bilder und Gegenstände handeln, die den Schall z.B. in einem Raum verringern sollen. Sie sollen den Schall – absorbieren. Ziemlich weit hergeholt.


Wie gesagt, es ist kein Problem, wenn man sich Firmenintern mit diesen Wörtern zurecht findet, auch wenn einige von ihnen absolut unsinnig sind und man das Gefühl hat, die Person, die sich die Wörter zu den Begriffen und Gegenständen ausgedacht hat, nicht wirklich weiß was sie da verzapft.

Doch sobald man mit Personen außerhalb der Firma, Universität, usw. anfängt zu kommunizieren, sollte man auf solche Problemwörter verzichten.

Als Philosoph spreche ich im Supermarkt auch nicht über den Kategorischen Imperativ oder den Existentialismus und benutze dabei dann auch noch akademische Fachwörter – das hilft niemandem weiter.Mal abgesehen davon wird man ganz schön seltsam angeschaut, wenn man das macht...


Kommunikation kann so einfach sein, wenn man nicht alles verkomplizieren will.



Zusatz:


Nachdem ich diesen Text fertig geschrieben hatte, stieß ich gestern Abend auf einen Artikel des Chip-Magazins, in dem diese Thematik aufgegriffen wurde.


Wörter wie „Remixen“, „Downsizing“ oder „Jobenlargement“ kommen darin vor und werden näher erläutert.


Viel Spaß beim weiterlesen: Zum Chip Artikel

0 Kommentare

Kurze Pause

Da ich die letzten Wochen einiges um die Ohren hatte und nun auch noch an einer leichten Sehnenscheidenentzündung erkrankt bin, fällt mir das Schreiben nicht sonderlich leicht.

Ich werde versuchen noch einen Artikel über den Philosophen J. Sandel zu Ende zu verfassen, werde mir dann aber eine kurze Auszeit gönnen, damit die Entzündung schnell verheilt.

Neue Ideen für kommende Artikel habe ich schon, wollte jedoch nur darüber informieren, dass ich mir eine kurze Pause genehmige, da die Gesundheit einfach vor geht.


Für Beratungsanfragen bin ich jedoch noch verfügbar.

Wünsche allen so lange sonnige und erholsame Tage.

0 Kommentare

Vorschau - Ramadan

Am 18. Juni beginnt der Ramadan - der heiße Monat - auf Grund dessen bringt das Philosophie Magazin ein Sonderheft heraus in dem viele verschiedene Bereiche des Islam besprochen werden.


Ich werde, so bald ich es in Händen halte, versuchen einige Themen aufzugreifen und zu besprechen. Denn obwohl wir in einer "aufgekärten Zeit" leben, sind wir manchmal gar nicht so aufgeklärt und wissen gar nichts von der Religion oder Kultur des Anderen.


Durch Unwissen und Angst entstehen Bewegungen wie Pegida und Co. und lassen es so aussehen, als wäre Deutschland ein Land des Fremdenhasses.

Ich hoffe, dass ich durch meine Besprechungen, die ich versuchen werde in der ganzen Zeit des Ramadan zu veröffentlichen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und dem einen oder anderen auch etwas Neues nah zu bringen.

0 Kommentare

Ramadan-Reihe "Einleitung"

 Wie vor einigen Tagen schon erwähnt, werde ich in der Zeit des Ramadan eine kleine Reihe veröffentlichen, die sich zum einen auf die Sonderausgabe des Philosophie Magazins bezieht und zum anderen auf eine meiner Arbeiten als Religionswissenschaftler, die ich während meines Studiums als Hausarbeit fertigte.

 

Religion ist im Allgemeinen ein nicht so ganz einfaches Thema, aber warum ist das so?

 

Da spielen viele Faktoren eine Rolle.

 

Gehen wir als erstes mal von mir als Person aus: Verfolge weder eine Religion, bin Philosoph – daher muss ich Dinge hinterfragen und kritisch betrachten –; gleichzeitig ist es meine Aufgabe als Religionswissenschaftler Glaubenssysteme neutral zu betrachten, ohne Kritik, ohne Hinterfragen – nur das was es an Fakten gibt darlegen und deuten bzw. darstellen.

 

Natürlich gibt es das Thema Religionskritik auch in der Religionswissenschaft, jedoch nicht als aktives Bestreben Kritik zu üben, sondern um zu schauen, wer übt Kritik an welcher Religion und ist diese vielleicht schlüssig begründet oder eher nicht?

 

Ähnliches findet man in der Philosophie bzw. Religionsphilosophie; Religionen bzw. der Glauben als solches wird hinterfragt, mit dem Gedanken eines Gottes gespielt und analysiert.

 

Diese ganzen Bereiche hängen miteinander zusammen und das macht es natürlich umso schwerer alles auseinander zu halten oder mal einen Punkt zu übersehen.

 

Jemand der religiös ist, wird dabei sicherlich oftmals einen noch tieferen Einblick in seinen Glauben haben und sie anders wahrnehmen, als jemand der die Religion von außen betrachtet, ohne mit ihr verbunden zu sein.

 

Doch bin ich der Meinung, dass es immer auch auf den Blickwinkel ankommt, mit dem man etwas anschaut, das heißt welche Absicht man verfolgt.

 

Der Satiriker macht sich lustig und möchte humoristisch auf das Thema hinweisen. Der Kritiker will eher auf das Negative hinweisen, das die jeweilige Religion oder der Glaube als solcher mit sich bringt. Der Wissenschaftler versucht die Fakten neutral zu deuten, was aber eigentlich auch nicht ganz unmöglich ist, da auch immer etwas subjektives in bspw. Interpretationen einfließt oder manchmal die Fakten so umgedeutet werden, dass sie plötzlich für den jeweiligen Geldgeber sprechen.

 

Aber nicht nur der Blickwinkel desjenigen, der sich zu einem Thema äußert ist wichtig, sondern auch wie der Hörende/Sehende/Lesende es aufnimmt.

 

Bin ich heute verärgert oder gefällt mir der Schreibstil nicht?

 

Dann nehme ich den Text wahrscheinlich eher negativ auf und weise auf jeden kleinen Fehler hin.

 

Habe ich gute Laune und bin glücklich?

 

Möglicherweise sehe ich dann über Fehler hinweg und lasse mich nicht aufregen.

 

Was jedoch Fakt ist: Gelebte Religion ist etwas persönliches.

 

Das schrieb auch schon der Philosoph Immanuel Kant, der meinte, dass man zwar eine (göttliche) Erfahrung haben könnte, es jedoch nicht das gleiche ist, einem anderen davon zu erzählen oder es zu beschreiben.1

 

Das macht es gleichzeitig sehr schwer über Religion zu schreiben, besonders, wenn man selbst gar keine oder nicht die gleichen bzw. ähnliche religiöse Erfahrungen gemacht hat.

 

Und gerade weil es etwas persönliches ist, kann es auch passieren, dass sich jemand, dessen Religion man kritisiert, sich lustig darüber macht oder auf bestimmte Punkte hinweist, dementsprechend auch angegriffen fühlt. Das bezieht sich nicht alleine auf den Islam, sondern auf jegliche Religionen und Glaubensarten. Der Christ oder Hindu kann sich genauso beleidigt fühlen, wenn man seinen Glauben kritisiert, wie jemand, der den Islam lebt.

 

Man kann also gut sehen, dass es viele Punkte zu beachten gibt und ich dabei sicherlich noch nicht alle aufgezählt habe.

 

Dennoch hoffe ich, etwas Licht ins Dunkel bringen zu können.

 

Sollte ich in einem Bereich doch mal falsch liegen, dann kann man mich gerne anschreiben und auf meinen Fehler hinweisen.

 

Doch ich möchte zu bedenken geben, dass den Übersetzungen und Interpretationen etwas Spielraum gegeben werden sollte, da es sonst möglicherweise in religiöse Diskussionen ausarten könnte und jeder eine andere Meinung zu dieser oder jener Passage hat, was aber nicht mein Ziel für die Zeit des Ramadan ist.

 

Ebenso möchte ich damit den Islamkritikern aufzeigen, dass einige Argumente, die gegen den Islam immer wieder hervor gebracht werden, wenn man sie in Relation zu anderen Religionen setzt, gar nicht mehr wirklich haltbar sind.

 

Wie gesagt, ich bin weder selbst religiös, noch bin ich ein Sprecher für oder gegen etwas, sondern werde in meinen Beiträgen ausschließlich religionswissenschaftliche und philosophische Ansätze und Ideen verfolgen.

 

Über jegliches Feedback freue ich mich – über positives mehr als über negatives, aber wer wird nicht gerne gelobt. Aber auch Kritik nehme ich gerne entgegen, denn auch daran kann man lernen und sich verbessern.

 

 

Anmerkung:

 

Normalerweise ist es unter Muslimen so, dass wenn bspw. der Name eines Propheten wie Moses, Jesus oder Mohammed geschrieben bzw. ausgesprochen wird, sie eine Segensformel wie „Der Friede Gottes sei mit ihm!“ anfügen.

 

In meinen Texten verzichte ich jedoch darauf, das hat mit keiner Wertung zu tun, sondern ist schwieriger was den Lesefluss angeht und zum anderen sich meine Besprechungen auch an Nicht-Muslime richten – es geht also um den aufklärenden Schwerpunkt.

 

Ich benutze in den meisten Fällen das Wort „Gott“, da sowohl „Allah“ als auch „Gott“ die gleiche Sinnbestimmung haben und damit aufgezeigt werden soll, dass es für alle Menschen nur ein höchstes Wesen gibt.

 

Jedoch sollte man dabei bedenken, dass der muslimische Begriff frei von christlichen Assoziationen ist (wie z.B. der Dreifaltigkeit).

 

Wenn ich hinter ein Zitat aus dem Koran etwas in Klammern schreibe, wie (2,185), dann bedeutet das 2. Sure 185 Vers. Ähnliches kennt man aus der Kennzeichnung der Bibel.


1 Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft; Elementarlehre II., Th., II. Abth., II. Buch, 3. Hauptst.; Hrsg. Hartenstein, Leopold Voss (Verlag), Leipzig, 1868, S. 410f.

 

0 Kommentare

Ramadan-Reihe "Ramadan"

Ehrlich gesagt war ich am überlegen, womit ich diese Reihe beginnen sollte, da es einfach recht viele Möglichkeiten gibt etwas über den Islam zu schreiben. Man kann bei der Entstehung anfangen, über Vergleiche wie der Koran entstanden und wie andere Religionen entstanden sind. Auch könnte ich darüber schreiben, wie der Koran aufgebaut ist oder welche Grundsätze er beinhaltet.


Letztendlich habe ich mich jedoch dafür entschieden etwas über den Ramadan an sich zu schreiben; um was es sich dabei genau handelt und was es für Regeln gibt.


Beim Ramadan(übersetzt: der heiße Monat) handelt es sich nicht einfach nur um eine Zeit des Fastens, sondern stellt im islamischen Jahr die Zeit dar, die an Festlichkeit den höchsten Rang hat. Zwar gibt es noch andere Zeiten, die einen hohen Stellenwert, in den zu feiernden Tagen haben, jedoch ist der Ramadan dabei ganz besonders wichtig.


Doch warum? Beispielsweise fasten einige Christen, Juden usw. auch, dabei fasten sie dann entweder über die (nicht) Nahrungsaufnahme oder Rauchen nicht oder halten sich vom Internet fern usw.


Die Wichtigkeit kann erst besser nachvollzogen werden, wenn man sie in historischem Kontext betrachtet.


Der Monat Ramadan, in dem der Koran herabgesandt worden ist als Führung für die Menschen, klare Zeugnisse der Führung und der Entscheidung“ (2,185)


Eine ähnliche Übersetzung:


Koran (erstmals) als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist, und (die einzelnen Koranverse) als klare Beweise der Rechtleitung und der Rettung (?). Wer nun von euch während des Monats anwesend (d. h. nicht unterwegs) ist, soll in ihm fasten.1


Der Koran selbst datiert die eigene Herabsendung auf den neunten Monat des muslimischen Kalenders. Dabei handelt es sich bei diesem Ereignis, nach muslimischen Kommentatoren, um die „Nacht der Bestimmung“ (laylat al-qadr: 97, 1 – 3), wird jedoch unterschiedlich gedeutet.


Für die einen ist es die erste Offenbarung die Mohammed erfuhr und danach noch viele folgten. Für die anderen handelt es sich dabei um „die Herabkunft des Koran als Ganzes in die unterste Himmelssphäre, von wo er bei entsprechenden „Offenbarungsanlässen“ Mohammed stückweise anvertraut wurde.“2

Wobei jedoch die genaue Datierung dieses Ereignisses innerhalb des Ramadan uneinheitlich ist. Da es diese Uneinigkeit gibt, wird meist in der Nacht zum 27. Tag des Ramadan dieser Tag gefeiert, aber auch an anderen ungeraden Tagen der letzten zehn Tagen der Fastenzeit.

Für Muslime ist diese Nacht in mehrfacher Hinsicht besonders, nicht nur weil Mohammed den Koran empfangen hat, sondern weil damit auch Gott das ganze Geschick der Welt entscheidet. Diese Nacht wird auch „Nacht der Bestimmung“ genannt was sich auf eine gleichnamige Sure bezieht:


Wir haben ihn hinabgesandt in der Nacht der Bestimmung.

      Woher willst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?

Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.

Die Engel und der geist gehen in ihr hinab mit der Erlaubnis ihres Herrn wegen jeglicher Verfügung.

Friede ist sie bis zum Anfang des Morgens.“ (97. Sure)


Mit der Nutzung der Zahl 1000, soll dabei die Wichtigkeit, Größe oder auch Würde3 aufgezeigt werden, die dieser Nacht innewohnt.


Man kann also schon sehen, dass es sich dabei nicht nur um eine reguläre Zeit des Fastens geht, sondern auch um die Erinnerung der Entstehungszeit des Korans.


Jetzt könnte man als Außenstehender sagen „Ach, ist doch nur ein Buch“. Aber das ist eben der Unterschied zwischen jemandem, der fest an etwas Glaubt und jemandem, der sich mit dieser Religion oder Religion allgemein nicht großartig befasst hat bzw. sich nicht verbunden damit fühlt.

Ein Moslem fühlt sich mit dem Koran eng verbunden, was daran liegt, dass es als Gottes Wort angesehen wird. Doch nicht nur das, Mohammed ist zusätzlich der letzte Prophet gewesen und somit der Koran auch der Abschluss der Offenbarung Gottes gegenüber dem Menschen – zumindest in so einer großen Form.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass bspw. die Bibel das auch sei, jedoch bringt Murad Hofmann4 den Einwand vor, dass es sich bei der Bibel um viele unterschiedliche Fragmente handelt, teilweise von Menschen, die gar nichts mit z.B. Jesus zu tun hatten und lange nach ihm lebten. Teilweise aber auch Fragmente aufgenommen wurden, bei denen man nicht einmal weiß von wem sie genau stammen.

Beim Koran hingegen waren alle Personen bzw. Quellen von Fragmenten bekannt. Zudem wurde er relativ zeitnah aufgeschrieben. Zudem gab es nicht mehrere Übersetzungen, was ja gerade auch bei der Bibel für Übersetzungsfehler sorgte, sondern der Koran ist immer noch auf Arabisch geschrieben. Zwar gibt es auch vom Koran Übersetzungen in andere Sprachen, aber dazu schreibe ich die Tage noch etwas eingehender. Wichtiger ist, dass der Koran all die Zeit über unverändert geblieben ist.


Dementsprechend wichtig ist gerade für den Moslem auch der Koran. Ich habe dabei immer den Vergleich mit einem Diamanten im Kopf.

Man kann daher den Ramadan etwa ähnlich sehen wie ein Geburtstag (der sich jedoch über eine längere Zeit erstreckt), doch ist dieser in dem Falle einzigartig und das Höchste, da es um die Offenbarung des Koran geht. Hans Zirker vergleicht es auch mit dem christlichen Weihnachten.5


Zum Koran werde ich etwas mehr in einem anderen Artikel schreiben, ebenso zu verschiedenen Übersetzungsarten. Doch denke ich, ist schon jetzt klar, wie wichtig einem Moslem der Koran ist.


Doch weiter zum Ramadan als solchen.

Wie wir ja schon wissen, wird in der Zeit des Ramadans gefastet. Wobei zu sagen ist, dass es sich dabei nicht um ein durchgehendes Fasten handelt, wie es z.B. bei den Juden oder Christen vorkommt, sondern sich das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang erstreckt.


Von dem Augenblick an, da man einen schwarzen faden von einem weißen unterscheiden kann.“ (2,183-187)


Das bezieht sich jedoch nicht nur auf das Verzichten auf Nahrung, sondern auch auf Trinken und sexuelle Aktivitäten. Wer sich hingegen auf Reisen befindet, Schwanger ist, Stillt, Kind oder Krank ist, ist davon ausgenommen, wobei das rituelle Fasten nachgeholt werden sollte.


Nachdem die Sonne untergegangen ist, darf man dann auch wieder essen und trinken. Potentiell auch anderen gelüsten hingeben, jedoch etwas Genaueres fand ich dazu leider nicht.


Wenn man das im historischen und geographischen Kontext sieht, ist diese Methode auch sehr human, schließlich hätte es auch heißen können, dass man die 30 Tage gar nichts essen darf und nur nach Anbruch der Dunkelheit trinken.


Gerade weil im „heißen Monat“, (der ja nun mal in arabisch sprechenden Ländern wirklich heiß ist) Speisen schneller verderben und somit auch Krankheiten hervorrufen können, ist es klüger diese dann zuzubereiten, wenn es dunkel und somit kühler geworden ist.

Da aber genau in dieser heißen Zeit der Gläubige Probleme mit seinem Energiehaushalt und somit auch mit dem Kreislauf bekommt, kann dieser dann in der Nacht etwas essen und sich etwas regenerieren.

Gleichzeitig bewahrt das Fasten am Tage davor träge und müde zu werden, wenn man bspw. etwas schweres gegessen hat.


Human ist in dem Fall auch, dass besondere Gruppen, wie Kranke und Schwangere davon ausgenommen sind, da das Fasten eine weitere Belastung für den Körper bedeuten würde. Wenn sie dann in der Lage sind es nachzuholen, können sie das machen.


Daran kann man sehen, dass es zwar eine sehr wichtige Zeit für den Moslem ist, sie aber nicht auf die Gesundheit des Gläubigen zu gehen hat.


Leider fasten die meisten schwangeren Muslimas dennoch, was statistisch gesehen zur Folge hat, dass das Geburtsgewicht des Kindes verringert und ebenso die Schwangerschaft verkürzt. Dadurch werden sowohl körperliche als auch geistige Behinderungen viel wahrscheinlicher.6


Am Ende des Ramadan bzw. im letzten Drittel gibt es zudem eine fromme Übung die sichIʿtikāf(Absonderung) nennt. Dabei ziehen sich die betroffenen Personen in die Moschee zurück, wo sie aufgrund eines Gelübdes für mehrere Tage und/oder Nächte verweilen und beten, Andacht halten oder den Koran rezitieren. Gleichzeitig fasten sie weiter und enthalten sich sexuell.

Das Gelübde kann bspw. auch Schweigen beinhalten, jedoch ist dies dann nur für die Nächte erlaubt.

Diese Absonderung bezieht sich auf die Sure 2,187, in der darauf noch mal besonders eingegangen wird.

Ein Grund für diese Absonderung, ist dass man an den besonderen Segen der Herabkunft des Korans teilhaben möchte, welcher in dieser Zeit stattfand.

In diesem Fall habe ich versucht meine Worte sehr gewählt zu nutzen, denn wenn man die falschen Worte dafür benutzt, dann kann es so aussehen als würde der Gläubige den Segen erhalten wollen. Das würde aber so nicht stimmen, denn er möchte in dieser Zeit Teil davon sein, aber würde niemals verlangen den Segen zu erhalten oder einzufordern.


Ähnlich wie man es von einigen Christen kennt, die über die Fastenzeit z.B. das Rauchen einstellen, gibt es das auch im Islam. Die vielen weltlichen Süchte und Dinge sollen dabei ausgegrenzt werden, was auf Außenstehende einen sehr spirituellen Eindruck macht, da es einer Askese ähnelt, wie man sie von Mönchen oder Yogis kennt.

Was diesen Eindruck noch verstärkt,ist , dass es dabei auch um das ethisch-moralische Handeln geht. So sollen unbedingt üble Nachrede, Verleumdungen, Lügen und Beleidigungen aller Art unterlassen werden.


Im Anschluss des Ramadan folgt das Fest des Fastenbrechens ʿĪd al-Fitr, dies gehört jedoch nicht direkt zum Ramadan und ist ein eigenes Fest, daher werde ich hier darauf nicht mehr eingehen. Vor allem da es diesbezüglich auch regionale Unterschiede gibt.


Dies soll nur eine kleine Übersicht sein, was den Ramadan ausmacht und warum er für Muslime so wichtig ist. In dem einen oder anderen Artikel werde ich sicher immer mal wieder auf diesen Artikel hier verweisen, da einige Zusätze und Feinheiten erst im Zusammenhang besser verstanden werden können.


1Vgl. Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ramadan#Stellung_des_Ramadan

2Zirker, Hans; Der Koran – Zugänge und Lesarten –; Lambert Schneider Verlag, 2. Auflage, 2012, S. 64

3Vgl. Zirker, Hans; Der Koran – Zugänge und Lesarten –; Lambert Schneider Verlag, 2. Auflage, 2012, S. 65

4Vgl. Hofmann, Murad; Koran; Hugendubel Verlag; München; 2002, S. 10 ff.

5Vgl. Zirker, Hans; Der Koran – Zugänge und Lesarten –; Lambert Schneider Verlag, 2. Auflage, 2012, S. 66

6Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ramadan#Ausnahmen_von_der_Fastenpflicht

0 Kommentare

Ramadan-Reihe "Der Koran"

Wie schon erwähnt, hat das Philosophie Magazin ein Sonderheft über den Koran herausgebracht, über das ich jetzt ein wenig berichten möchte.


Oftmals sind wir ja davon überzeugt, dass wir in einer aufgeklärten Zeit leben und somit zum einen alles wissen und zum anderen nur begründete Vorurteile hegen würden. Begründete Vorurteile hört sich schon sehr verdächtig an...


Doch mit diesen Vorurteilen möchte das Philosophie Magazin aufräumen und ein Verständnis für den Koran schaffen, aber auch die Kritik soll in der Sonderausgabe zu Wort kommen.


Der Koran als solches ist für das westliche Verständnis sehr ungeordnet, weder nach Zeit, in dem die Suren (Abschnitte) geoffenbart wurden, noch nach Kontext, sondern nach Länge. Dementsprechend kann es sein, dass relativ weit vorne ein Thema angesprochen und dann später wieder aufgegriffen wird.

A copy of the Qur'an opened for reading.

Commons.Wikimedia / Flickr.com user "el7bara" / 2005


mehr lesen 0 Kommentare

Nachts in der Google-Suche

Google beobachtet uns ja gerne mal. So negativ das auch ist, so interessant kann das manchmal aber auch sein, besonders wenn es dabei um unser eigenes Verhalten geht.


Neue Daten belegen, dass es ab 2 Uhr morgens bis ungefähr 4 Uhr philosophisch in der Google-Suche zugeht. In dieser Zeit wird überdurchschnittlich oft nach dem Sinn des Lebens gesucht.


Viele Philosophen beschäftigen sich schon seit weit mehr als 2000 Jahren in verschiedenen Theorien und Ansätzen mit dieser Frage und sind bis heute nicht viel weiter gekommen als damals. (Das ist übrigens auch der meist gefragte Satz, wenn man sagt, dass man Philosoph ist... Quasi ein running Gag oder so.)

Dass man den Sinn des Lebens des Nachts in der Google-Suche findet, ist daher zu bezweifeln.


Auch zu erwähnen ist, dass weitere, häufige Fragen zu dieser nächtlichen Zeit jene sind, die fragen was ein Bewusstsein ist, ob es einen freien Willen gibt oder ob wir alleine im Universum existieren.


Warum zu dieser Uhrzeit mehr philosophiert wird, ist nicht bekannt, aber Chip hat die Theorie, dass es mit einer erfolgreichen, vorangegangenen Google-Recherche zu tun haben könnte, die zwischen 1 und 2 Uhr überdurchschnittlich stattfindet. Diese basiert nämlich auf der Frage, wie man einen Joint dreht.


Vielleicht sind angehende Philosophen aber auch einfach nur öfters Nachts wach :)

mehr lesen 0 Kommentare

Der Umgang mit dem Geld

So gut wie jeden Tag haben wir damit zu tun und benötigen es um uns z.B. Essen oder Kleidung zu kaufen. Anstatt der früheren Tauschwaren, hat sich heute das Geld etabliert und macht eine Abwicklung von geben und nehmen einfach.

Natürlich gibt es auch alternative Systeme und Ideen, was die Bezahlung angeht, da sei der einfache Tauschhandel oder auch die Zahlung mit Karte genannt. Über letzteres spricht der Philosoph Christoph Türck, in einem Interview, mit dem Deutschland Kultur Radio.

Dieses Interview ist hier zu finden.


Er hat eine ähnliche Sicht wie ich auf die Bezahlung mit Bargeld. So "könne [es] klug sein, ein nahes Verhältnis zum Geld zu behalten"(Christoph Türcke im Gespräch mit Korbinian Frenzel, 17.07.2015, Deutschlandradio Kultur) sagt er in dem Interview, da es sich beim Bezahlen auch um einen psychologischen Vorgang handelt. Es geht uns nicht um das reine bezahlen, sondern wenn wir Bargeld in der Hand haben, gehen wir beim Bezahlen damit ganz anders um, als wenn wir mit unserer Bankkarte bezahlen.


Das Bezahlen mit einer Bankkarte oder vielleicht auch mit dem Handy ist demnach viel flüchtiger und bedeutet weitaus weniger Kontakt zum Geld selbst. Wir können uns daher vom Geld selbst entfernen und somit wird das Verhältnis zum Geld abstrakter. Das bezieht er auch auf die Kinder und Jugendlichen, die damit auch den Bezug zum Bargeld verlieren können, gerade weil es so etwas abstraktes geworden ist.


Wer möchte, kann gerne mal einen Selbsttest machen, über drei Monate.

In diesen drei Monaten wird hauptsächlich oder wenn möglich -nur- mit der Bankkarte bezahlt und Bargeld gemieden. Dazu hebt Ihr Euch mal die Quittungen in einer kleinen Schachtel auf. Versucht dabei so zu agieren, wie sonst auch, ohne Euch großartig von dem Gedanken leiten zu lassen, dass Ihr mit der Karte bezahlen müsst, sondern, dass Ihr einfach mit Karte zahlt.

Die Wahrscheinlichkeit wird sehr hoch sein, dass Ihr mehr Geld ausgebt, als vorher. Zudem kann es passieren, dass Ihr den Überblick über Eure Finanzen verliert.


Ich habe diesen Selbsttest schon einmal durchgeführt und muss sagen, dass man wirklich mehr ausgibt und manchmal sogar vergisst, was man bezahlt hat. Bis man es auf dem Konto sieht...

Aber warum habe ich diese Zeit auf drei Monate angesetzt? Wenn man das nur ein paar Wochen oder einen Monat machen würde, dann fällt es einem nicht so stark auf, weil man doch mal auf das Bargeld ausweicht und weniger zu Spontankäufen neigt. Gibt es jedoch dauerhaft nur diese Option, dann ist das Kauf- bzw. Bezahlverhalten ein ganz anderes.


Sollte der eine oder andere diesen Versuch wagen, dann bitte ich darum nicht gänzlich den Überblick zu verlieren, da ich dafür keine Haftung übernehme und dementsprechend auch keinen Schadensausgleich leiste, wenn das Konto maßlos überzogen wurde ;)

mehr lesen 0 Kommentare

Wie weit dürfen wir denken?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer gerne und viel schreibe (manchmal auch rede) und dazu alles bis ins Kleinste beschreiben oder bearbeiten möchte.
Das kann dann und wann auch mal hinderlich sein bspw. wenn ich, wie dieses Mal, über das Philosophie Magazin schreibe. Das Philosophie Magazin hat immer wieder interessante Themen, einige sprechen einen mehr an, andere weniger; was auf den Leser als solchen ankommt und auch auf den, der schreibt.

Ich mag es zwar, wenn ein Thema groß und umfangreich behandelt wird, weil man sich dabei auch andere Aspekte, die man vorher vielleicht gar nicht bedacht hat, vor Augen führt und somit eine andere Perspektive wahrnimmt.
Doch manchmal sprechen mich auch kleine, kurze Artikel an. In diesem Fall stammt dieser von Hartmut Rosa, einem Professor für Soziologie an der Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt. Der Beitrag von ihm trägt den Titel „Schere im Kopf“ und weist gleich am Anfang seiner Kolumne darauf hin, dass sie provozieren könnte.

Und ja, das macht sie. Zumindest mit den anfänglichen Fragestellungen, wo es um Fragen wie folgende geht: „Könnte es sein, dass Intelligenz vererbt wird?“, „Könnte es sein, dass der Holocaust historisch gar nicht so einzigartig ist?“. Das sind nur zwei, von einigen „brenzligen“ Fragen, die er stellt. Das brenzlig habe ich mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt, was auch zum Thema von Hartmut Rosa passt. Denn brenzlig sind sie insofern, wenn man sie öffentlich äußert, man ganz schnell diskreditiert werden kann. Besonders, wenn man einen akademischen Posten sein Eigen nennt.

Dabei sind diese Fragen nicht einmal moralisch bewertend, sondern stehen nur als Frage im Raum. Diese Fragen wollen beantwortet werden, weil jemand nach Wissen strebt. Als eines der Beispiele für diese Diskreditierung führt er den Berliner Politikprofessor Herfried Münkler an. In diesem Fall sollen einige Studenten sehr akribisch der Frage nachgehen, ob Professor Münkler sich in seinen Vorlesungen sexistisch, rassistisch oder auf ähnliche Art äußert. Eigens dafür wurde auch schon ein Blog ins Leben gerufen, auf dem sich eine anonyme Gruppe von Studenten, zwar nicht zu den Vorlesungen Münklers äußert (zumindest habe ich nichts gesehen), aber sie zum Teil veröffentlicht.

Zwar ist Rosa der Meinung, dass, wenn solche Fragestellungen strategische oder politische Absichten verfolgen und zu legitimieren versuchen, derjenige auch die gesellschaftliche Ächtung verdient hat. Jedoch, wenn man schon einfache Fragestellungen verfolgt und anprangern will, dann ist das eine Katastrophe.
Besonders als Philosoph muss ich mich dann und wann mit Fragen auseinandersetzen, die mir nicht behagen oder die sehr gesellschaftskritisch sind. Aber genau das ist notwendig. Wenn man nach Wissen und der Weisheit strebt, so muss man sich auch diesen Fragen stellen. Man stellt sie nicht, weil man sich ein Ergebnis erhofft oder jemanden manipulieren will, sondern weil man ein Verständnis für etwas entwickeln möchte.

Ein weiterer Fall, der mir vor Kurzem über den Weg lief, ist ein Portal, auf dem Dozenten von Studenten bewertet werden können.

Gerade in akademischen Kreisen, kann so ein nachstellendes und bewertendes Verhalten fatal für die Karriere sein.

Doch gerade wenn Fragen gestellt werden, die einer Klärung bedürfen und da selbst wenn sie jemand völlig naiv fragt, weil er es nicht besser weiß, sollte diese Person keine Angst haben, sich diese Fragen öffentlich zu stellen. Selbst als Dozent stellt man solche Fragen, weil niemand allwissend ist; doch das wird gerne mal vergessen.

Wir haben jedoch einen Punkt erreicht, in unserer Gesellschaft, wo wir dem „So was darfst du nicht einmal denken!“ gefährlich nahe kommen und dem Nachwuchs das eigene Denken und moralische Stellung beziehen absprechen und somit verweigern.

„Doch, darf man.“ so Rosa, „Und dann muss man überlegen, was dafür und was dagegen spricht, und dabei wird man sehen, dass viel mehr dagegen als dafür spricht.“ (Philosophie Magazin, Berlin, 05/2015, S. 20)
Als Folge dieser Vorgehensweise führt Rosa an, dass wir unsere eigene Position mit guten Gründen rechtfertigen können, ohne dass wir sofort in eine Angst- und Abwehrhaltung verfallen. Es geht dabei um die intellektuelle Redlichkeit, die wir uns anzueignen haben. Desto öfter wir uns diesen Fragen stellen, um so mehr wir unsere Position verteidigen und auch die Punkte prüfen, die gegen unsere Überzeugung stehen. Somit „müssen [wir] uns unserer eigenen Haltung und unseres Selbst- und Weltverständnisses immer wieder argumentativ vergewissern, dann wird unsere Position stärker, die Überzeugung tiefer und die Vorbildwirkung größer.“ (ebd.)

Solche Fragen sind weder verwerflich, noch irrelevant, sondern bereichern unseren Wissensschatz und somit auch unser Selbst, weil wir versuchen uns ein Bild von der Welt zu machen. Beim stellen von Fragen geht es nicht immer gleichzeitig auch um eine Bewertung, sondern wie in den verschiedenen Bereichen der Philosophie, um das herausfinden von etwas.
Wir können doch nicht einfach, weil uns die Fragestellung von jemandem nicht gefällt, sie gleich von Anfang an, ausschließen und abwürgen. Dieser „moralische Holzhammer“ sollte nicht geschwungen werden, da dadurch erst bestimmte Probleme wieder erschaffen werden, wie z.B. Rassismus, Sexismus usw. Denn genau da kommt der Bumerang zu uns zurück, weil mit dem Verbot etwas zu denken oder zu fragen, haben wir uns auch automatisch die intellektuelle Redlichkeit verboten, was Tür und Tor offen lässt für wilde Theorien und Spekulationen, die nicht mehr hinterfragt werden würden.

Man kann also sehr schön sehen, dass diese Prozesse miteinander zusammenhängen und nicht unbeachtet oder Ideen verboten werden sollten.
Es muss die Möglichkeit geben über alles zu reden und zu denken, der weitere Verlauf mit den Pros und Contras ist dann ein weiterführender Prozess.

Als ich den Beitrag von Rosa las, hatte ich ständig George Orwells „1984“ im Hinterkopf, in denen selbst potentielle Gedanken(-verbrechen) geahndet wurden. Das wir uns in diese Richtung bewegen sollten, halte ich für eine sehr schlechte Idee. Dementsprechend wäre es klug, wenn man zuerst in den Dialog miteinander tritt, bevor man beginnt etwas zu verbieten oder jemanden zu diskreditieren.

Gedanken dürfen gedacht und frei geäußert werden.

mehr lesen 0 Kommentare

Semikolon-Projekt

Schon vor einigen Monaten bin ich über eine „neue“ Kuriosität gestolpert, denn immer wieder sah ich mal hier, mal da Bilder von Menschen, die sich ein Semikolon haben tätowieren lassen. Erst dachte ich mir nicht viel dabei und habe mich dementsprechend nicht wirklich um eine Erforschung dieses Themas bemüht.
Doch da ich von einem Freund kurzzeitig darüber sprach, habe ich mir überlegt, mal zu schauen, wobei es sich denn dabei eigentlich so handelt.

Dazu habe ich mir dann mal diverse Internetseiten vorgenommen, die darüber (inhaltlich - mal besser, mal schlechter und manchmal sehr schlecht) geschrieben haben. Dann suchte ich nach der Seite des Projektes selbst und fand sie auf Facebook bzw. auf ihrer eigenen Homepage.

Dabei kam heraus, dass es dieses Projekt schon seit 2013 gibt und von der Amerikanerin Amy Bleuel ins Leben gerufen wurde. Das tat sie, weil sie ihren Vater ehren wollte, der Selbstmord begangen hatte.
Es wurde daraufhin von anderen als Symbol angesehen und zwar dahingehend, dass es viele Personen gibt, die psychische Probleme haben, wie bspw. Selbstmordgedanken.
Mit der Zeit wurde es immer mehr ein Zeichen für viele Menschen und weniger ein Symbol, um nur eine Person zu ehren.
Da sich immer mehr Menschen meldeten, die selbst Probleme, wie Borderline, Depressionen, aber auch die angesprochenen Selbstmordgedanken usw. hatten bzw. haben, wurde das Semikolon für diese Bewegung zu einer Inspiration weiterzuleben.

Project Semicolon is a faith-based movement dedicated to presenting hope and love for those who are struggling with depression, suicide, addiction and self-injury. Project Semicolon exists to encourage, love and inspire.“

So steht es auf deren Seite. Es hat also eine Wandlung stattgefunden, was das Symbol als solches angeht.
Jedoch wird auf deren Seite auch darauf hingewiesen, dass es sich zum einen um eine karitative Organisation handelt und zum anderen nicht verwechselt werden sollte mit den dafür zuständigen Hilfe-Hotlines, da die Organisatoren keinerlei Ausbildung in diesem Bereich haben oder Hilfe anbieten.

Viele Seiten, die ich mir dazu angeschaut habe, schrieben einen ähnlichen Satz, der auch auf der Homepage des Projektes stehen soll (ich jedoch nicht gefunden habe):

Ein Semikolon wird genutzt, wenn ein Autor seinen Satz eigentlich hätte beenden können, aber gewählt hat, es nicht zu tun. Der Autor bist du und dieser Satz ist dein Leben.

Diese Aussage finde ich etwas befremdlich und das auf mehreren Ebenen, wobei der Ansatz natürlich eine gute Idee ist.
Erstmal gehe ich davon aus, dass mein Leben nicht nur ein Satz ist, sondern mindestens ein Buch füllt, hoffentlich auch mehr als nur eines.
Der Aussage stimme ich zumindest im sartrischen Teil zu, dass man der Schöpfer des eigenen Ichs ist – wobei Sartre das sicherlich anders gemeint hat, als es der Satz darstellt. Wer sich etwas mehr mit Sartre beschäftigt hat, wird wissen was ich meine, ist jetzt aber auch weniger von Bedeutung, daher gehe ich darauf nicht weiter ein.

Doch besonders irritiert mich die Idee des Semikolons im Zusammenhang mit der Aussage, dass es sich dabei um das eigene Leben handeln würde.
Das rührt u.a. von einem Kommentar auf einer Seite bezüglich des Projektes her.
Dort schrieb eine Dame:
Es gibt die Regel, dass man dann ein Semikolon setzt, wenn ein Punkt zu viel und ein Komma zu wenig ist.
- Der Tod zu viel und das Leben zu wenig -?

Genauer gesagt, kann man ein Semikolon setzen, wenn man möchte, ist jedoch nicht gezwungen. Eigentlich wird es genutzt um zwei gleichrangige Sätze oder Wortgruppen miteinander zu verbinden. Es wirkt dabei stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt.
In der griechischen Sprache wird das Semikolon als Fragezeichen benutzt. Hat also dort einen völlig anderen Bezug, als z.B. in Amerika oder Deutschland.
Aber gut, das ist ja jetzt kein Hauptkriterium etwas zu benutzen, schließlich sind die Zeichen, die wir benutzen, so vielfältig wie die Menschen der Erde.

Dennoch musste ich über den Kommentar, den die Dame da auf der einen Seite von sich gab, nachdenken. Wir haben einen Satz der für sich alleine stehen kann. Dieser ist Symbol des Lebens bzw. der Lebensspanne.
Der Punkt steht für das Beenden des Satzes, also den Tod. Das Semikolon soll nun die Funktion haben zwei Sätze zu verbinden, die auch alleine stehen könnten. Das Komma hingegen ist zu schwach den Satz zu verbinden oder weiterzuführen. Es benötigt das Semikolon um zu funktionieren; wobei ja heutzutage auch lieber ein Punkt gemacht wird im Journalismus. Meistens wird das dann durch bessere Lesbarkeit verteidigt.

Wie man vielleicht sehen kann, tue ich mich doch recht schwer mich zu diesem Gedankengang mitreißen zu lassen, weil er mir einfach den Eindruck vermittelt, dass er irgendwie zusammengeschustert wurde.
Mir kommen dabei schnell selfi-knipsende Hipster in den Sinn, die weniger an dem Inhalt interessiert sind, sondern vielmehr an der Selbstdarstellung und der potentiellen Zusammengehörigkeit.
Man kann das gut mit YOLO(you only live once) vergleichen, das eine Zeit lang in aller Munde und eigentlich vorher unter „Carpe diem“(lat. „nutze den Tag“) bekannt war.

Natürlich ist es eine nette Geste, wenn sich Menschen zusammenschließen und sich dahingehend positiv äußern, dass das Leben weitergelebt werden soll. Ebenso, wer Hilfe benötigt, sich diese besorgt und nicht weiter verkriecht.
Auch darauf Aufmerksam zu machen, dass es sich bei vielen psychischen Störungen um ein gesellschaftliches Tabuthema handelt, ist keinesfalls verkehrt, denn ich sehe es immer wieder, wie Menschen es unangenehm ist, wenn sie anderen von ihren Störungen erzählen (müssen).

Dennoch wage ich es zu bezweifeln, dass durch dieses Tattoo Menschen vom Verkriechen oder Selbstmord abgehalten werden. Es zeigt eben nur auf, dass man sein Leben weiterleben kann. Aber das könnten andere Zeichen verkörpern.

Ein weiterer Punkt den ich nicht verstanden habe ist, dass es sich dabei um ein karitatives Unternehmen handeln soll und daher auch kein Geld erwirtschaftet, gleichzeitig war aber unter dem Post (in Form eines Fotos ihres neuen Tattoos) einer Frau zu lesen, dass sie mit ihrem Tattoo 20 Dollar in wohltätige Zwecke gespendet hätte.
Gut, wenn der Tätowierer bedürftig ist, dann könnte ich es sogar verstehen, aber so ist mir das etwas schleierhaft. Zumal ich auch nichts in einer Art Spendenkonto auf der Seite des Semikolon Projektes gefunden habe und die Frau, die ihr Bild geteilt hat, auch nicht drunter schrieb, was sie damit genau meinte.

Ich denke man kann ganz gut meine Skepsis erkennen, die ich auch nicht unbedingt verberge, aber ich würde es auch zugeben, wenn meine Skepsis unbegründet wäre. Schließlich lasse ich mir ja auch gerne etwas neues erklären und bin offen für vieles.

Aber in dem Fall weiß ich nicht, in wie fern nur der Gedanke „Lebe dein Leben weiter“, „verstecke dich nicht“ und „such dir Hilfe wenn du sie brauchst“, den Menschen bei ihren psychischen Störungen helfen soll.

Das wäre so, als würde ich ein Projekt starten, das die Menschen ins Fitnessstudio bewegen soll und die Kernaussagen sind „du bist stark“, „mach etwas aus dir“ und „nimm dir einen Privattrainer, wenn du Hilfe brauchst“ sind.
Es sind dann leere Phrasen, die einem aber auch nicht weiterhelfen, sondern nur auf schon vorhandene Möglichkeiten hinweisen. Als Tattoo dieser Bewegungen würde ich den angespannten Arm, der Die Kirche des Bizeps​ nehmen, weil dieser für Stärke stehen soll.

Ich will dem Projekt seine mögliche Wirkung nicht absprechen, trotzdem sollte man sich aber auch überlegen, was man sich tätowieren lässt und ob der Hintergrund wirklich so stark ist, wie man vermutet. Wie gerne lassen sich derzeit Menschen Unendlichkeitszeichen, Pusteblumen und Sterne tätowieren, weil sie gerne etwas besonderes und einzigartiges haben wollen.

Die Benutzung des Semikolons habe ich in den letzten Jahren in der englischsprachigen Welt kaum sehen können – was nicht heißt, dass es nicht genutzt wird, jedoch könnte das auch ein Grund sein, dass genau dieses Zeichen ausgesucht wurde.

Aber das ist nur eine Vermutung und da ich Amy Bleuel nicht kenne oder wie und warum sie wirklich auf diese Idee kam, muss ich ihre Geschichte als wahr erachten, auch wenn ich meine Zweifel habe; die hat man aber als Philosoph auch ständig.  :)

Daher: Erst denken und dann tätowieren lassen.

mehr lesen 1 Kommentare

Digital Detox

Schon länger habe ich mir Gedanken über das Internet und die wahnsinnige Informationsflut gemacht, der man damit immer wieder ausgesetzt, sich dessen aber gar nicht mehr so bewusst ist.


Täglich nutzen fast alle von uns, sowohl privat, als auch beruflich das Internet, sei es per Mail, Whatsapp, Facebook, Instagramm, Twitter und noch viele Möglichkeiten mehr.

Wir wollen – oder müssen – für alle anderen ständig erreichbar sein. Sei es am Computer oder wenn das nicht geht, unbedingt am Smartphone, damit wir auch unterwegs „mobil“ sind, wie uns auch die Werbung immer wieder suggeriert.


Doch nicht nur das, besser noch wir sind rund um die Uhr erreichbar, sei es für den Arbeitgeber oder die Freunde. Da kann der Freund auch ruhig mal betrunken Nachts um 3 Uhr anrufen und fragen, wie es denn einem so geht oder dem Chef fällt noch etwas ganz wichtiges ein, was am nächsten Morgen unbedingt in der Firma besprochen werden muss.


Dass so ein Verhalten auf Dauer nicht gesund ist, zeigen die in Süd-Korea entstandenen Kliniken gegen Internetsucht, die genau aus dieser Suchtproblematik entstanden sind. Diese Kliniken behandeln nicht nur junge, internetsüchtige Menschen, sondern auch Menschen mittleren und hohen Alters, wobei der Schwerpunkt aber bei der jungen Generation liegen wird.


So soll das Gehirn durch übermäßige Nutzung Schaden nehmen, was u. a. durch eine Reduzierung des Medienkonsums reversibel ist, jedoch seine Zeit dauert. Natürlich gibt es dazu in solchen Kliniken auch gleich die richtigen Therapien. Da ich aber kein Neurowissenschaftler bin, weiß ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber die Therapien in diesen Kliniken sollen hier auch nicht das Thema sein. Interessant finde ich nur, dass ich in unserer Medienlandschaft noch nichts tiefer gehendes über diese Thematik gehört, gesehen oder gelesen habe.


Während meines Studiums habe ich fälschlicherweise mal ein Seminar von Pädagogen besucht, in dem die psychische Hygiene das Thema war. Dort wurde die Frage gestellt, ob jemand zu seiner Schulzeit einen Lehrer hatte, der etwas mehr trank – oder einfach gesagt: ein Alkoholproblem hatte. Bis auf zwei oder drei meldeten sich alle der Studenten (ca. 40 – 50).

Da jetzt nicht alle auf dieselbe Schule gingen, ist diese Anzahl schon sehr massiv. Vor allem, weil die Schüler es mitbekommen, dass der Lehrer ein Problem hat. Der bei den Lehrern auftretende Alkoholismus hat definitiv mit der psychischen Hygiene zu tun, so der Dozent des Seminars. Umso wichtiger ist es, dass man diese Hygiene praktiziert.


Abschalten und entspannen ist hier das Stichwort. Die Arbeit, Arbeit sein lassen, egal was da kommt. Wenn der Chef einem Nachts, kurz bevor man ins Bett gehen will, eine Mail zuschickt, dann ist das für den Schlaf nicht besonders förderlich.

Das kann sogar bis zum digitalen Burnout gehen. Letztens habe ich genau über dieses Thema eine Dokumentation gesehen und wer jetzt sagt, dass das alles doch vielleicht etwas überbewertet wird, der liegt falsch.

Als Beispiel wurde eine Frau benannt, die sich aufgrund dieser massiven Informationsflut, sogar das Leben nehmen wollte, weil sie dagegen einfach nicht ankam. Sie sollte unerledigte Arbeit mit nach Hause nehmen und außerdem immer so schnell wie möglich auf die Mails ihrer Kollegen und Vorgesetzten antworten, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Antwortete sie mal nicht, weil sie es zeitlich nicht schaffte oder auch mal ihre Ruhe brauchte, dann kam kurze Zeit später die nächste Mail, die zum einen als wichtig markiert wurde und sie gefragt wurde, warum sie noch nicht nicht auf die vorangegangene Mail geantwortet hat.


Man kann also sehr gut erkennen, was für ein Druck auf den einen oder anderen Menschen aufgebaut wird, der dann irgendwann einfach nicht mehr kann.

Dass ein Mitarbeiter, der ständig unter Druck gesetzt wird und keine Ruhezeiten findet, weil er ständig von der Arbeit belästigt wird, haben einige Chefs noch nicht verstanden.


Andere hingegen schon. Wie z.B. in Frankreich, wo sich Firmen zusammengeschlossen und eine Konvention unterzeichnet haben, die sich für diese Ruhezeiten einsetzt.

Die Firmen verpflichten sich damit auch, dass sie diese Regeln einhalten und zum Wohl des Arbeiters umsetzen.

Was sich erst mal wie eine leere Floskel anhört, wird aber wirklich in die Tat umgesetzt. Sei es, dass man bspw. ab 21 Uhr keine Mails mehr verschicken darf oder beantworten soll, die sich auf die Arbeit beziehen. Das heißt auch, dass die Vorgesetzten als gutes Beispiel vorangehen und dementsprechend, ab 21 Uhr niemandem mehr von Arbeit eine Mail schicken. Gleichzeitig ist der Angestellte ab dieser Uhrzeit der Arbeit gegenüber zu nichts mehr verpflichtet.

Es gibt dazu noch einige weitere Regeln, aber diese soll nur einmal verdeutlichen, was die Firmen unternehmen, damit sich der Angestellte auch wirklich ausruhen kann; denn niemand der ständig von Arbeit unter Druck gesetzt wird, ist eine gute und effiziente Arbeitskraft.


Dieser Gedankengang kommt aber nur sehr langsam in der Arbeitswelt an. Dafür entstehen jedoch immer mehr „Digital Detox Parties“, für die Leute, die etwas Abstand nehmen wollen von den digitalen Medien.


Um noch kurz auf diese Begrifflichkeit einzugehen: Digital Detox kann verstanden werden als „digitale Entgiftung“ oder „digitales Entgiften“.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Der eine versucht sich gänzlich den digitalen Medien zu entziehen und der andere stellt sich einige Regeln für den Alltag auf, um nicht dauerhaft den Medien zu verfallen.


Solche Parties kann man sich ungefähr so vorstellen, dass dabei jeder ein Hobby von sich oder etwas was diese Person gerne mag (ausgenommen digitale Medien) vorstellt und somit alle sich etwas zu erzählen und zu erfahren haben. Handys, Laptops und alles in dieser Art ist dabei nicht gestattet. Das Ganze hat etwas von einem Mini-Festival.


Natürlich kosten diese Parties oder Seminare auch etwas und das nicht zu knapp. Doch bevor man auf diesen teuren Hippster-Zug aufspringt, kann man auch viel einfacher und günstiger für sich selbst Regeln oder eine Art Filter aufstellen, damit man auch genügend Ruhe und Freiraum bekommt.

Zum Beispiel kann man aufhören ab der Uhrzeit X nach seinen Mails zu schauen oder sagt sich ab der Uhrzeit Y gehe ich in keine sozialen Medien mehr und stelle somit auch die Kontaktmöglichkeiten ab.

Wichtig ist nur, dass man auch wirklich versucht daran zu halten. Dass man dann doch vielleicht mal gegen seine eigene Regel verstößt, kann passieren, aber wenn man sich wirklich daran halten will, dann verfolgt man am nächsten Tag diese wieder und gibt nicht komplett auf.

Es geht auch weniger darum sich strikt an die Regeln zu halten, sondern eine Distanz zwischen den Medien und sich selbst zu schaffen, bei der man merkt, wie wenig man sie braucht und ihr somit das Suchtpotential nimmt.

Ich habe mir z.B. angewöhnt, wenn ich, wie jetzt an diesem Text schreibe, mein E-Mailprogramm auszuschalten und mich in keinen sozialen Medien zu befinden, so dass ich mich nur auf eine Aufgabe konzentrieren kann und nicht immer wieder abgelenkt werde. Das hört sich zwar simpel an, kann aber schon viel ausmachen.


Man kann sich von der massiven Informationsflut und ständigen Erreichbarkeit erholen, wenn man es denn möchte. Wir leben zwar in einem digitalen Zeitalter, in dem alles mit allem und jedem verbunden ist, aber auch hier gilt das Zitat von Paracelsus:


Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis [sic] machts, daß ein Ding kein Gift sei.(zeno.org, Paracelsus, Septem Defensiones, Die dritte Defension wegen des Schreibens der neuen Rezepte)


Überdenken wir doch einfach mal wieder, wie sehr wir in den Medien gefangen sind und wie sehr sie unseren Alltag beanspruchen oder ob wir uns gewisse Freiräume zurückholen wollen, die wir freiwillig aufgegeben haben.


Oder wie auch die Internetsendung Fernsehkritik.tv regelmäßig drauf hinweist:


Einfach mal wieder abschalten.

mehr lesen 0 Kommentare

Es gibt viel zu tun

Gleich mal einen neuen Text anfertigen über unsere eingefahrenen Gewohnheiten.
Selbstreflexion ist schon was interessantes.

Danach noch ein Interview vorbereiten; welches ich mit einer, wie ich finde, sehr interessanten Person führen darf. Etwas Geheimniskrämerei muss sein ;)

Und am Wochenende gibt es dann auch mehr, zum schon angekündigten, Kooperationspartner.

Ick freu mir :)

0 Kommentare

Alte Gewohnheiten

Letztens konnte ich gut beobachten, wie sehr wir manchmal in unseren Gewohnheiten und Sichtweisen gefangen sind, ohne es zu merken.


Eine ältere Dame versuchte auf einem Baumarktparkplatz ihren Wagen zurück zu bringen, nachdem sie mit ihrem Einkauf fertig war.

Es gab mindestens drei überdachte Einkaufswagenhäuschen (ja, so heißt das wirklich), sie blieb jedoch immer nur bei einem der Häuschen und versuchte dort ihren Wagen zurück zu bringen. Das gelang ihr aber nicht so wirklich und sie probierte verschiedene Möglichkeiten aus, um den Chip aus ihrem Einkaufswagen zu entfernen. Sie versuchte ihn in andere Wagen, die nicht die gleiche Form hatten zu schieben. Sie drehte ihn seitlich, sie drehten ihn rückwärts. Nichts davon gelang und sie kam einfach nicht an ihren Einkaufschip.


Am Ende ging sie resigniert fort und ließ ihren Wagen mit Chip stehen. Dabei hätte sie nur ein oder zwei Häuschen weiter gehen müssen, um die passenden Wagen zu finden. Selbst wenn dort keine gewesen wären, dann hätte es noch ein Häuschen gegeben.


Manchmal stehen wir uns selbst im Weg, weil wir uns so sehr auf etwas fixieren, dass wir gar nicht bemerken, was es um uns herum noch so gibt. Dass wir andere Wege und Möglichkeiten ausschließen, weil diese für uns einfach nicht da sind, aufgrund unserer festgefahrenen Sicht.


Wir werden betriebsblind für unseren eigenen Betrieb – wenn man das mal so sagen möchte.


Man kann das mit jemandem vergleichen, der sich über viele Jahre hinweg nur mit Immanuel Kant beschäftigt hat. Diese Person hat so gut wie keine anderen Philosophen gelesen und hat sich auch nur widerwillig mit den Verweisen Kants beschäftigt.

Keine Sekundärliteratur oder Philosophen, die sich ebenso mit Kant beschäftigten. Dass da etwas außerhalb dieses Kant-Universums sein könnte wird nicht wirklich wahr genommen.


Ein ähnlicher Vergleich oder die passende Frage dazu wäre:

Was hat man als Kind an Essen nicht gemocht?

Mag man es heute noch immer nicht?

Hat man es denn schon mal wieder probiert und wenn nicht: Warum nicht?


Es könnte doch sein, was einem als Kind ganz furchtbar geschmeckt hat, heute eine Delikatesse für einen sein könnte. Wenn man es jedoch nicht ausprobiert, dann verschließt man sich dem Möglichen, also dem, was sein könnte.


Die ältere Dame hätte sich vielleicht doch für ein anderes Häuschen entschieden, wenn sie nicht so fixiert gewesen wäre und hätte dort vielleicht einen alten Freund oder die Liebe ihres Lebens treffen können.

Natürlich sind das nur Theorien und wir wissen nicht, was hätte sein können. Jedoch sollte uns klar sein, dass wir uns und unsere Möglichkeiten limitieren, wenn wir uns nicht hin und wieder die Zeit nehmen um zu schauen, wie wir uns verhalten und ob dieses Verhalten nicht vielleicht festgefahren ist.


Festgefahrenes Verhalten sollte aber nicht mit Beständigkeit verwechselt werden. Mache ich etwas beständiges, wie jedes Wochenende Qi Gong, gehe mehrmals in der Woche zum Sport oder treffe mich zu regelmäßigen Zeiten mit Freunden, dann ist das nicht unbedingt negativ. Dabei handelt es sich eher um regelmäßig auftretende Punkte, an denen ich ein Ziel verfolge. Dies geschieht dann jedoch nicht rund um die Uhr, sondern zu bestimmten Zeiten.


Anders wird es dann wieder, wenn genau diese einzelnen Punkte eine immer stärkere Gewichtung bekommen, also wenn man bspw. nicht nur regelmäßig den Sport macht, sondern auch nur das glaubt, was der Trainer sagt. Es quasi als allmächtiges Gesetz wahrnimmt, das nicht kritisch hinterfragt werden darf. Selbst wenn andere Trainer sinnvolles sagen und mit Studien belegen können, dann haben sie dennoch Unrecht oder zumindest nicht so sehr Recht, wie der eigene Trainer.

Somit wird das Verhalten festgefahren und man selbst betriebsblind.


Also sollten wir unsere Handlungen und Verhaltensweisen immer mal wieder überprüfen und hinterfragen, damit wir uns nicht Möglichkeiten entgehen lassen, die unser Leben vielleicht bereichern könnten.

mehr lesen 0 Kommentare

- Flüchtlingsdebatte -

Als Philosoph ist man oftmals bedacht, nicht zu sehr in andere Themen abzudriften, vor allem in die Bereiche, mit denen man vielleicht eher weniger zu tun hat; denn schnell kann man sich verzetteln oder vielleicht sogar einen Punkt übersehen, der denjenigen, die sich mit der Thematik schon länger befassen, geläufiger ist als einem selbst.


Möglicherweise benötigen Philosophen deswegen auch immer etwas mehr Zeit, wenn sie sich zu einem Thema äußern sollen. Das Problem dabei: Meistens ist das Thema dann schon nicht mehr so aktuell und man findet dementsprechend kaum Gehör.


In meinem Fall geht es mir dabei um politische Themen. Politik war noch nie sonderlich interessant für mich, da mich die ausgeübte Form der Politik einfach nicht anspricht. Für mich treffen sich regelmäßig ältere Menschen mit einem unverschämten Gehalt, um Sachen zu beschließen bei der entweder noch mehr Geld für sie herausspringt oder das Volk nicht mal im Ansatz gefragt wird, ob es X oder Y haben möchte. 

Boat People aus Haiti (2005), John Edwards, U.S. Navy


mehr lesen 1 Kommentare

Kooperationspartner

Der eine oder andere wird es vielleicht schon mitbekommen haben:

 

Das Denkatorium und Fitness First sind nun Kooperationspartner. Was bedeutet das im Einzelnen?

 

Solltest du ein Mitglied des Fitness First Clubs Hannover Georgstraße sein, dann hast du die Möglichkeit 30% Nachlass auf jede Philosophische Beratungsstunde zu bekommen. 

 

Das gilt für alle meine Dienste, die ich anbiete und ist exklusiv nur für Mitglieder verfügbar.


Auf dieses Angebot werde ich auch noch einmal im Bereich Sportberatung hinweisen.


0 Kommentare

Selbstwertgefühl und das Internet

Es gehört schon fast zum guten Ton, dass man sich im Internet selbst darstellt. Aber nicht nur die eigene Person wird zur Schau gestellt, sondern auch, was man alles so treibt.


Man zeigt, wer man ist, wie man wohnt, welche Bücher man liest, was man sammelt, was man isst und wie gesund man lebt. Geschrieben wird weniger darüber – Bilder müssen oftmals her. Eine Kategorie dieser Selbstdarstellung ist die des Fitnessbereichs.

Nun kam zu diesem Thema eine Studie der Flinders University heraus, in der klar wurde, dass Frauen, die solche Bilder hochladen, anderen Frauen damit schaden. Das machen sie natürlich nicht mit Absicht, sondern das Betrachten der Bilder lässt das Selbstwertgefühl der anderen Frauen sinken. Sie werden unzufriedener mit ihrem Körper.


Der Effekt scheint dadurch aufzutreten, dass den Betrachterinnen klar ist, dass es sich dabei nicht um Models o. ä. Handelt, sondern um ganz normale Frauen; was sogar noch schlimmer sein könnte.


Doch dabei trat auch ein positiver Effekt auf: Die Betrachterinnen wollten mehr Sport treiben und sich besser ernähren.
Dennoch meinten die Forscherinnen, dass man solche Bilder nicht für soziale Vergleiche heranziehen sollte.

Die Studie bezog sich dabei nur auf Frauen.


Aber, wenn ich mir die Aussagen von Männern anschaue, die ich in diversen Foren lesen darf, dann gehe ich davon aus, dass der negative Aspekt bei Männern wegfällt und der positive Effekt verstärkt hervortritt. Das Selbstwertgefühl sinkt weniger und der Ansporn mehr zu machen, aktiver zu sein und gesünder zu leben tritt in den Vordergrund.


Das zeigt einmal mehr, wie sehr uns Bilder und Darstellungen im Alltag beeinflussen. Das wir Normen unterworfen werden, die andere für uns vorgeben – sei es bewusst oder unbewusst.


Wobei, nicht nur, dass wir uns Normen unterwerfen, sondern auch, dass wir uns unterwerfen lassen. Dabei haben wir doch eigentlich einen freien Willen (auch wenn das Thema neurowissenschaftlich und philosophisch noch lange kein Ende gefunden hat und heiß diskutiert wird) und können uns entscheiden, ob wir uns emotional unterwerfen oder ob wir umgehend etwas an unserer Situation ändern.


Normen kritisch zu betrachten, sei es Werbung, seien es Fitnessbilder oder auch die Normen, die uns durch unsere Erziehung auferlegt wurden – das sollte unsere Aufgabe sein, bevor wir uns selbst etwas schlechtes einreden und unser Selbstwertgefühl in den Keller sinkt.
Wir müssen uns nicht absichtlich schlechter machen, nur weil ein anderer vielleicht in unseren Augen erfolgreicher ist – in dem Fall gesünder lebt oder mehr Sport treibt.


Quelle

mehr lesen 0 Kommentare

Braucht mein Leben ein Ziel?

Unter diesem Thema brachte das Philosophie Magazin vor Kurzem ein Heft heraus. Darin werden verschiedene Gedanken und Positionen zu dieser Frage behandelt.


Wie es meine Art ist, würde ich natürlich gerne über jeden einzelnen Artikel etwas schreiben, doch das wäre für den Leser ziemlich umfangreich und ich kann mich so oder so schon immer nicht kurzfassen.
Daher beziehe ich mich nun lieber auf Interview, welches ich sehr interessant fand.


Es geht dabei um den Autoren Wilhelm Schmid.
Den Namen noch nie gehört?
Keine Angst ich auch nicht. Aber man muss auch nicht jeden sofort kennen.

Vielleicht ändert sich ja das Interesse nach diesem Überblick über das Interview.


Schmid ist Philosoph und Bestsellerautor; er beschäftigt sich eingehend mit der Frage nach der Lebenskunst. Das besondere bei Schmid ist, dass er schon recht früh seine Berufung fand, aber diese an einem bestimmten Punkt seines Lebens fast verworfen hätte.


Er hatte schon als Kind eine Vorstellung davon, was er werden wollte. Andere Kinder äußern sich meist mit Vorstellungen, wie Polizist, Feuerwehrmann oder Astronaut. Schmid hingegen wollte Bücher schreiben.
Seine Kindheit und Jugend hindurch änderte sich dieser Wunsch nicht. Später schickte er seine Manuskripte auch Verlagen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Doch das hielt ihn nicht vom Schreiben ab, er machte weiter.


mehr lesen 0 Kommentare

Was bist du wert?

Bild: forthepeeple.com

Vor einigen Tagen bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich mit einer App beschäftigt, die derzeit noch in der Entwicklung ist. Sie trägt den Namen „peeple“.


Was kann diese App und wofür ist sie gut?


Mit dieser App hat man die Möglichkeit andere Menschen zu bewerten. Dieses Bewertungssystem funktioniert mit Sternen, von eins bis fünf (inklusive Kommentaren). Dazu kann man sich mit seinem Facebook-Account zu der App verbinden und Menschen, deren Handynummer bekannt ist, bewerten.

Nach Aussage der beiden Entwicklerinnen, soll das z.B. gut sein für die Auswahl eines Babysitters oder auch die Freunde des eigenen Kindes können unter die Lupe genommen werden.


Positive Bewertungen sollen umgehend online gehen, hingegen negative (ab zwei Sterne abwärts) haben eine Wartezeit von 48 Stunden und geben


mehr lesen 0 Kommentare

Die Reorganisation - Kurzgeschichte

Vor einigen Wochen schrieb ich diese Geschichte auf, da mir in der ständigen "Flüchtlingsdebatte" gerne auch mal der Aspekt der Selbstreflexion fehlt.


Selten fragt sich ein Mensch "Was wäre wenn...?" oder "Könnte mir so etwas passieren...?"


Gibt es andere Optionen, warum etwas ist, wie es ist?


Der Mensch verurteilt gerne, grenzt sich ab, verhält sich teils egomanisch und fühlt sich so oder so ständig schlecht behandelt.


Doch was wäre, wenn wir uns plötzlich in einer Situation wiederfinden, mit der wir nicht gerechnet hätten? Vielleicht auch mit Konsequenzen, die wir nicht erahnen können?

Völlig hilflos und haltlos, ohne dass wir eine Basis hätten, aus allem herausgerissen.

Download
Die Reorganisation Vers. 1.pdf
Adobe Acrobat Dokument 43.0 KB
Download
Die Reorganisation Vers. 2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 54.9 KB

mehr lesen 0 Kommentare

Sterbehilfe

Eigentlich wollte ich ja die Tage einen anderen Artikel zu Ende bringen, jedoch ist mir das Thema der Sterbehilfe untergekommen, welches ich kurz anschneiden möchte, da es derzeit heiß diskutiert wird.


Am 6. November hat der Bundestag über eine Neuregelung der Sterbehilfe abgestimmt. Demnach soll nun die geschäftsmäßige Sterbehilfe in Deutschland strafbar sein.


Es wurden mehrere Entwürfe vorgelegt, doch nur einer davon konnte als Gewinner hervorgehen. Diesen Gesetzentwurf findet man ab jetzt im Strafgesetzbuch mit folgenden Worten:


Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung


(1) Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschäftsmäßig handelt und entweder Angehöriger des in Absatz 1 genannten anderen ist oder diesem nahesteht.


mehr lesen 0 Kommentare

Abenteuer Philosophie

Wie letztens schon erwähnt, bin ich in einem Zeitschriftenladen auf das Magazin „abenteuer Philosophie“ gestoßen.


Heute möchte ich diesbezüglich einen kleinen Überblick geben, für all diejenigen, die dieses Heft noch nicht kennen und vielleicht auf der Suche nach einer geeigneten Philosophiezeitschrift für sich sind.


Vorab einige Daten: Abenteuer Philosophie erscheint seit 1980, hat seinen Sitz in Österreich und „richtet sich an zukunftsorientierte, engagierte und innerlich junge Menschen und wird von ebensolchen gemacht“(abenteuer-philosophie.org), Ziel dabei ist die Philosophie mit der modernen Gesellschaft zu vereinen. Philosophie soll dementsprechend nicht rein theoretisch sein, sondern praktisch (und humanistisch) umgesetzt werden können.

In den letzten Jahren hat abenteuer Philosophie eine Auflage von 13.000 Heften (oder auch: 17.000 – habe da verschiedene Angaben gefunden) erreicht.


Da ich das Heft ja vorher nicht kannte, viel mir als erstes der Aufbau ins Auge, denn der ist wirklich schön unterteilt, wie ich finde.

Diese spalten sich auf in philoSPIRIT, philoSOCIETY, philoART, philoSCIENCE und philoSOPHICS.

Nicht, dass man so eine Unterteilung unbedingt benötigen würde, aber für die schnelle Suche ist es gar nicht mal so verkehrt. Zwar hat alles einen philosophischen Schwerpunkt, aber wie es bei der Philosophie nun mal ist, reicht sie auch in viele andere Bereiche hinein.


Ich würde behaupten, dass es in dieser Zeitschrift nicht einen Schwerpunkt gibt (zumindest kommt es mir nicht so vor), um den sich dann das Hauptthema dreht, sondern der Schwerpunkt im jeweiligen Unterteilungsfeld liegt, also bspw. Wissenschaft oder Gesellschaft. Das macht es meiner Ansicht nach recht locker zu lesen.


mehr lesen 0 Kommentare

Wahre Stärke

Copyright Luca Groß

Vor einigen Tagen, bin ich bei Facebook über das nebenstehende Bild gestolpert, welches doch einige Fragen bei mir aufwarf.

 

Darauf zu sehen der Spruch

 

Wahre Stärke findest du nicht zwischen zwei Hanteln. - Mach was wirklich zählt. de -“.

 

Die Werbung wurde, wie nicht anders zu erwarten, direkt vor einem Fitnessstudio platziert, damit sie auch jeder, der trainieren geht, sehen kann. Dabei wird ziemlich unreflektiert der Kraftsport kritisiert und gleichzeitig das eigene Unternehmen als ethisch besseres dargestellt.

 

So viele Fragen türmen sich in solchen Momenten bei mir auf und da ist es egal, ob man für oder gegen die Bundeswehr ist; selbst wenn es ein anderes Unternehmen wäre, würden sich diese Fragen in den Raum stellen und bedürfen der Äußerung.

 

Erst einmal gibt der Spruch ja zu verstehen, dass das Krafttraining nicht zu wahrer Stärke führen könne.

 

Also das Training, dass man mit sich selbst ausmachen muss.

 

Ständig den inneren Schweinehund besiegen und sich bei jeder Trainingseinheit ein Stück mehr verbessern will/muss, um seine angestrebten Ziele zu erreichen. Nachweislich steigt auch das Selbstbewusstsein durch Krafttraining, ähnlich wie im Kampfsport. Im übertragenen Sinne, kann man sagen, dass sich die eigene Haltung zu

etwas ändert bzw. verbessert.


mehr lesen 0 Kommentare