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Grille als alternative zu unseren Essgewohnheiten

Alternative Essgewohnheiten

Vor einigen Jahren habe ich ein Video eines Freundes gesehen, der sich derzeit mit dem Gedanken der „Insektennahrung“ beschäftigt.

Derzeit ist dieses Thema auch wieder in aller Munde, denn konservative Gruppen regen sich auf, dass nun Insekten in der EU als Nahrungsmittel zugelassen worden sind und somit auch in die Nahrung gemischt werden dürfen.

Veganer schimpfen auf Twitter wie die Rohrspatzen, dass wenn man denn Proteine zu sich nehmen will, dies auch völlig über „Pflanzen regeln kann“, dazu benötigt man keine Insekten.

Bei ihnen gilt: Protein ist gleich Protein! Dass das nicht stimmt, brauche ich nicht zu erwähnen…

Ich hingegen dachte an meinen Artikel den ich hier vor Jahren schrieb, überarbeite ihn ein bisschen, da sich dahingehend einiges geändert hat und frage mich, wie wohl Mango-Raupe schmeckt.

Doch was muss man sich unter dieser ganzen Geschichte jetzt vorstellen?

Inhaltsverzeichnis

Überarbeitete Essgewohnheiten?

Alternative Essgewohnheiten mit Grille

Es handelt sich dabei um eine Alternative zur herkömmlichen Herstellung und Verarbeitung von Fleisch.

Ja – auch das ist weder etwas für Vegetarier oder Veganer, dennoch, um denen, die sich jetzt aufregen, den Wind aus den Segeln zu nehmen, es handelt sich dabei um eine Alternative zu unserer herkömmlichen Ernährung und sollte zumindest einmal durchdacht werden; gerade wenn man sich Gedanken zum Umweltschutz, Ökonomie und dem Tierwohl (bezogen auf die Zustände in Aufzucht- und Schlachthöfen der Hühner, Schweine und Rinder).

Das mit dem Tierwohl wird für den einen oder anderen Tierschützer sicherlich nur ein Pseudoargument sein, denn wie ich vor einiger Zeit gelernt habe, interessiert Tierschützer sogar das Wohl der Mehlwürmer und Mückenlarven bei einem großen Baumarkt, der diese nun nicht mehr anbietet – auch wenn es sich dabei um die natürliche Nahrung von Fischen und Echsen handelt…

Aber selbst Haustiere sind ja dem einen oder anderen ein Dorn im Auge.

Um noch etwas genauer zu erklären was es sich mit den Insekten als Nahrungsquelle auf sich hat, müssen wir nur nach Asien oder Afrika schauen, wo diese als reichhaltige Proteinquelle genutzt werden.

Schon länger hatte ich den Gedanken im Hinterkopf mich mit der Thematik auseinanderzusetzen, weil ich zum einen nicht wirklich den Ekel dahingehend verspüre, den vielleicht manch einer hegt und zum anderen bin ich für Neues und Alternativen zu meinem bisherigen Essverhalten immer offen.

Das ist für mich ein Teil der praktischen Philosophie, also der Philosophie die ich gedanklich verarbeite und versuche in den Alltag zu bringen, wenn sich mir die Möglichkeit bietet und sie zudem sinnvoll ist (nicht verwirren lassen: In der Philosophie gibt es verschiedene Begriffe der praktischen Philosophie, daher definiere ich sie hier).

Besonders als Sportler bin ich an einer guten Proteinquelle interessiert. Bisher ist da oftmals Soja noch mein Favorit, weil diese mir mit am besten bekommt.

Doch schauen wir uns mal an, welche Argumente erst einmal dafür sprechen Insekten in seiner Ernährung aufzunehmen:

– es weniger Platz benötigt

– es weniger Energie benötigt

– es wird weniger Wasser benötigt

– es weniger Futter benötigt

– es entstehen weniger bzw. keine Treibhausgase

Hört sich erst einmal nach einer guten Sache an.

Ein weiteres Argument, welches man hier und da lesen kann ist, dass auch keine Antibiotika benötigt werden, wie bei der großen Tierzucht. Doch dazu habe ich u. a. die Aussage eines Ökotrophologen gelesen, der diese Aussage revidiert, denn zwar wird es bei der größeren Menge an Insekten kein bakterielles Problem geben, dennoch kann ein parasitäres auftreten, was zur Folge hat, dass doch wieder Antibiotika eingesetzt werden müssen, welche dann in den Insekten vorhanden wären und wir zu uns nehmen würden, wie es bisher der Fall ist.

Aber genau davon will man ja eigentlich weg.

Preisfrage

Dann habe ich mir dazu unterschiedliche Seiten angesehen bezüglich der Nährwertangaben und der Preise.

Fangen wir mit den Punkten in den Nährwerten an, die oft genannt werden: Kalorien- und Proteingehalt.

In 100g Grille befinden sich ungefähr 60g Protein und 525 kcal Energie.

Bei Hühnerfleisch hat man 165 kcal und 31g Protein und die Sojabohne 446 kcal 36g Protein – um das mal gegenüber zu stellen.

Das bedeutet, dass die Grille als solche gesehen ein sehr guter Proteinlieferant ist, aber auch eine hohe Energiedichte besitzt, also mehr Energie auf weniger Volumen hat.

Jetzt kommen mir natürlich da einige Gedanken auf, da ich als Sportler auf die Menge der Energie, als auch die Menge des Proteins achten muss bzw. sollte.

Denn mal ehrlich, zwar sehe ich den hohen Anteil an Protein, der für uns nun mal essentiell ist, aber gleichzeitig sehe ich eben auch die extreme Energiedichte, die diese Insekten mit sich bringen (die Sojabohne steht derweil jedoch auch nicht sonderlich gut da im Vergleich).

Hätte die Grille jetzt ein großes Volumen und würde den Magen so füllen, wie die Menge, die man in dem Fall von einem Hähnchen oder an Sojabohnen benötigen würde, ergäbe es Sinn.

Wenn ich mich als Beispiel nehme, müsste ich täglich ca. 250g Grille zu mir nehmen, damit ich auf mein Proteinpensum komme. Das würde bedeuten, dass ich damit schon über 1300 kcal zu mir genommen habe, was schon nicht ganz wenig ist. Und 250g sind in meiner Ernährung höchstens ein Mini-Snack.

Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn man die Ernährungsweise umstellen wollte, dann bezieht sich das nicht nur auf den Bereich des Fleisches bzw. der Insekten, sondern auch auf die anderen Bereiche, denn schnell ist man dann über seinem täglichen Bedarf, wenn man nicht darauf achtet.

Hinzu kommt die Frage nach der Wertigkeit des Proteins, denn Protein ist eben nicht gleich Protein, sondern unterscheidet sich voneinander.

Zur Wertigkeit des Proteins in Grillen oder Mehlwürmern habe ich bisher noch nichts gefunden, werde es jedoch nachtragen, sobald ich etwas finde, damit auch dieser Punkt etwas klarer wird.

Ökologie und Ressourcen

Alternative Essgewohnheiten mit Mehlwürmern

Dann war meine weitere Überlegung, weil der ökologische Gedanke dennoch eine große Rolle spielt, mir anzuschauen, was denn so um die 100g Grille kosten, denn wenn etwas weniger umfangreich in der Herstellung ist, also dort schon, weniger Kosten verursacht und Ressourcen verbraucht, dann könnte es doch preislich ganz attraktiv sein.

Da wurde ich eines Besseren belehrt. Als Beispiel nehme ich eine Seite, die diese Grillen anbietet bzw. angeboten hat. Dort ist zu sehen, dass 100g 59,95 Euro kosten (1kg dementsprechend fast 600 Euro).

Für meinen Bedarf an Protein wäre ich damit bei ca. 125 Euro am Tag (wenn ich nur diese Quelle als Proteinlieferant nutzen würde) und man mag mir glauben, wenn ich sage: Als Philosoph verdiene ich nicht annähernd so viel…

So überspitzt sich das jetzt anhört:

Dafür kann ich mir Hühner halten und zwar jede Menge oder Sojabohnen – die könnte ich anpflanzen bis der Arzt kommt.

Ich kann doch nicht etwas, dass ich so positiv ökonomisch und ökologisch anpreise, so überteuert verkaufen.

Auf der einen Homepage stand sogar als Argument, dass man für 1 kg Grille nur zwei Salatköpfe benötigen würde. Auch wenn ich jetzt kleinlich wirke, aber so ein Salatkopf kostet um die 1,70, wenn er gerade teurer ist, als sonst. Wenn Saison ist, dann bekommt man den sogar für 60 Cent.

Also entweder habe ich mich massiv verrechnet, dann entschuldige ich mich dafür und schiebe es auf meine Matheunfähigkeit, die mich mein Lebtag begleitet oder da werden Preise genommen, wie in Esoteriklädchen, einfach weil die Leute drauf reinfallen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieses Insektengemampfe nicht nur so eine Hipster Abzocke sein soll, denn der Grundgedanke ist ja ganz nett, aber durchdacht und eine bessere Alternative sieht anders aus.

Vielleicht ändert sich das in den nächsten Jahren ja noch.

Insekten die Zukunft?

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand sind zwar Insekten als Nahrung eine Möglichkeit, jedoch nur bedingt einsetzbar.

Die Angst die nun einige verspüren, dass plötzlich überall im Essen Insekten lauern könnten und man uns mit dieser Art der Nahrung wie „Tiere“ halten oder uns vergiften möchte, ist fragwürdig.

Potentiell ist hierbei vielleicht ein gewisser Ekel ausschlaggebend, der einigen Menschen innewohnt und sich auf Insekten bezieht.

Deswegen erfinden sie auch umgehend irgendwelche wirren Ideen, dass damit nun plötzlich genetische Veränderungen oder massiv allergische Reaktionen hervorgerufen werden könnten.

Anstatt zu warten, zu forschen und zu überlegen, gibt man nun die eigene Angst vor dem Fremden weiter und baut so gleichzeitig ein Feindbild („die da oben“ oder die „NWO-Welt-Elite“) auf bzw. verfestigt ein schon vorhandenes Bild.

manchmal sollte man sich einfach zurücklehnen und Ruhe bewahren, bevor man anfängt Panik zu verbreiten. Das tut einem selbst nicht gut und anderen auch nicht, sondern zieht alle, die sich mitreißen lassen, in eine negativ.Spirale.

Dennoch finde ich es immer spannend mir Alternativen anzuschauen und sie zu beleuchten. Besonders was das Essen angeht ist es eben auch etwas mit dem wir uns täglich beschäftigen (sollten), weil u. a. daran eben auch unsere körperliche Verfassung hängt.

Aber nicht nur unsere eigene Verfassung sollten wir dabei im Auge haben, sondern auch der ganzen Umwelt.

Dazu muss man nicht zum Mega-Hippie-Öko werden, sondern kann auch, ohne esoterischen Klimbim, seine Umwelt bewusst gestalten.

Wie seht ihr das, würdet ihr Insekten essen oder habt ihr sie schon gegessen?

Was haltet ihr davon, dass es diese Möglichkeit nun in der EU gibt?

Schreibt mir in die Kommentare!

Veröffentlicht Februar 2019, aktualisiert

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