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Was außerhalb meines Geistes ist und was ich davon wissen kann

Was außerhalb meines Geistes ist und was ich davon wissen kann – Rezension

Dieses Buch von Kay Herrmann trägt den Untertitel „Gedanken über Materie, Geist und Realität“ und ich muss sagen es sind äußerst interessante Gedanken, die sich hier zu einem philosophischen Werk geformt haben.

Inhalt

Erinnerungen

Was außerhalb meines Geistes ist und was ich davon wissen kann

Während ich das Buch las, erinnerte ich mich immer wieder an Wilhelm Weischedels „Philosophische Hintertreppe“, denn für mich hat es einen ganz ähnlichen Charakter.
Das kommt daher, weil beide Bücher ein erzählendes Wesen haben, dass nicht belehrend daherkommt, gleichzeitig aber viele wichtige Informationen bereithält.


Gerade solche Bücher finde ich äußerst interessant und immer wieder lesenswert, weil es eben sowohl Menschen, die an Philosophie interessiert sind, interessant sein kann, aber auch für Menschen, die sich stärker mit Philosophie beschäftigen.
Auch wenn Weischedel mehr auf die einzelnen Philosophen eingeht, findet man bei Kay Herrmann nicht nur die Philosophen, sondern auch deren Zusammenhänge in der Gesellschaft und anderen Denkern.


Da es sich hierbei um das Hauptthema von Materie, Geist und Realität handelt, sind diese Zusammenhänge umso interessanter und wesentlicher.
Aber keine Angst, das Buch ist nicht zu akademisch geschrieben, sondern nimmt sich als Auftrag Wissen einfach verfügbar zu machen. Meiner Meinung nach wurde das hier definitiv geschafft.


Das bedeutet auch, dass man sich einfach ein Kapitel herausnehmen und lesen kann, ohne, dass man zwingend das vorangegangene gelesen haben muss (was trotzdem immer sinnvoll ist). Das Buch ist zwar in sich zusammenhängend, jedoch wirkt es durch diese Art des Schreibens und der Kapitelaufteilung freier als bspw. bei einem Roman oder vielen anderen philosophischen Büchern.

Geist, Materie und Realität in anderen Kulturen


Was mir auch gut gefallen hat, dass es sich um ein Philosophiebuch handelt, welches auch auf die asiatische Philosophie eingeht, denn das wird gerade im Westen gerne vergessen und man bezieht sich dann meistens nur auf die Antike und die philosophische Entwicklung in Europa.
Dass es da aber auch eine asiatische Kultur und insbesondere eine umfangreiche chinesische und indische Philosophie gab, kommt meist nicht zur Sprache.
In diesem Falle aber schon. Das dann auch noch zu Beginn des Buches. Davon würde ich in der philosophischen Landschaft gerne mehr sehen.

Im Verlaufe des Buches geht Kay Herrmann auch noch auf verschiedene Beispiele ein, z.B. ob wir in einer Simulation leben oder nicht.

Grandios finde ich, dass Kay Herrmann Physiker und Philosoph ist. Gerade in der Vergangenheit hat sich diese Kombination meiner Meinung nach immer sehr gutgetan, vor allem für die Philosophie.
Gerade deswegen kommen wahrscheinlich auch physikalische Beispiele in seinem Buch vor, was aber nicht abschrecken sollte, weil er sie wirklich verständlich macht und selbst mir, als Physik und Mathematik eher Fremden, einleuchten.

Das Buch selbst ist in vier große Kapitel („Achsen“) eingeteilt und zu jedem dieser Kapitel kommen im Anschluss dann die Thesen dazu. Ich mag gerade so ein strukturiertes vorgehen und eine klare Linie.


Viele Philosophen (vielleicht auch ich selbst) haben in ihren Büchern oder Schriften manchmal einen weniger roten Faden.


Nach jeder Achse stellt er eine thematisch dazu passende These auf, was gut ineinander übergeht.


Gleichzeitig gibt es auch Illustrationen, die das Geschriebene verdeutlichen und anschaulich machen. Die Illustrationen kommen teilweise von der Düsseldorfer Künstlerin Aischa Sabbouh-Eggert

Fazit

Mit diesem Buch ist Kay Herrmann wirklich etwas tolles gelungen. Eines seiner Ziele ist mitunter, dass er Wissenschaft nicht nur für Fachreise darstellen möchte, sondern für alle daran Interessierten.
Sein Schreibstil zeigt, dass es ihm wirklich daran liegt Wissen weiterzugeben und das eben nicht nur an Akademikerinnen und Akademiker.

Mir sagt das ungemein zu, denn mit meinem Blog bin ich ja nun selbst jemand, der Wissen weitergibt und größtenteils frei zugänglich macht.

Wer also ein philosophisches Buch sucht oder sich mit Fragen über Geist, Materie und Realität beschäftigt, der ist mit diesem sicherlich gut beraten.

Wie Weischedels Philosophische Hintertreppe werde ich es auf jeden Fall noch einmal lesen.

Kennt ihr das Buch schon oder habt es schon gelesen?

Schreibt mir in die Kommentare, was ihr davon haltet.

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4 Antworten

  1. „Geist, Materie und Realität“

    Alle drei Begriffe sind nach meiner Schätzung kaum präzise bzw. exakt definierbar. Da gibt es sehr viele unterschiedliche Ansätze. Gemäß den 7 Hermetischen Prinzipien erschafft der Geist die Materie und Realität:

    1. Das Prinzip der Geistigkeit: „Das All ist Geist; das Universum ist geistig.“

    Das Wort „Geist“ finde ich auch nicht wirklich so eindeutig klar. Häufig funkt noch das Wort Seele dazwischen. Gibt es einen Unterschied zwischen Geist und Seele? Zurückgeführt wird das Wort Geist auf das Altgriechische: πνεῦμα pneuma, altgriechisch νοῦς nous und auch altgriechisch ψυχή = deutsch -> Psyche.

    Philosophie

    Woher kommt das Wort Philosophie und was ist damit gemeint?

    Zusammengesetzt wird das Wort Philosophie aus altgriechisch φιλία philía = Liebe und σοφία sophía = Weisheit, wörtlich übersetzt = Liebe zur Weisheit. Wenn es um Geist, Materie und Realität geht, so spielt auch das Wort „Zeit“ eine besonders große Rolle. Was ist mit „Zeit“ gemeint? Auch dies erscheint eher unklar ->

    1. Deswegen macht sich der Autor ja auch Gedanken über diese Dinge und verarbeitet diese in seinem Buch 🙂

      Wir nutzen in unserem Alltag viele Wörter und Ideen, die nicht absolut definiert sind.

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